Bild oekumTrauBe ohne SchriftkastenDie Gezeiten

- Ebbe und Flut - symbolisieren das Auf und Ab. 
So erleben sich auch viele Menschen in ihrer Trauer.

Im Auf und Ab liegt auch etwas Tröstliches und Hoffungsvolles,
denn einer Zeit der Ebbe folgt eine Zeit der Flut, wie Nacht und
Tag sich ablösen.

Beides hat wichtige Bedeutung in unserem Leben. Sie werden 
dadurch zu Geh-zeiten.

Gleichzeitig fordert das Wort Geh-zeiten uns auf, durch die Zeiten zu gehen, denn wir sind der Trauer nicht einfach ausgeliefert.
Wir können selbst etwas tun, um von der Nacht in den Tag zu kommen.

Trauer ist eine Zeit des Lebens und es hilft uns in unserer Trauer, wenn wir sie annehmen; sie gehört zu unserem Leben.



Aktuelles

Was ist Trauer?
Trauer ist die normale menschliche Reaktion auf einen Verlust. Die Trauer ist eine Fähigkeit des Menschen, um mit einem Verlust umzugehen.
Die Art und das Ausmaß der Reaktion, die konkreten Auswirkungen und Folgen für das Leben des/der Hinterbliebenen sind individuell.
Trauer ist ein Prozess. Sie braucht vor allem Zeit und Geduld.
Warum trauert man? mehr lesen

Unsere aktuellen Veranstaltungen finden Sie im Onlinekalender der Pfarrei


Angebote für Trauernde

 
Gesamtprogramm 2023
der ökum. Tauerbegleitung Mülheim an der Ruhr
Flyer-Download

Kooperationen mit der Ev. Familienbildungsstätte Mülheim

      

Ökumenisches Trauercafé für alle
Wir laden Sie herzlich ein, über die eigene Trauer mit anderen Menschen in einem geschützten Raum zu sprechen. Wir begleiten Sie, um neues Vertrauen ins Leben zu finden. Das ökum. Trauercafé ist ein offenes Angebot.

Kinder-Trauergruppe mit Elterncafé
In der offenen Gruppe werden die Kinder (6 bis 12 Jahre) durch eine Tauerbegleiterin mit kreativen und spielerischen Methoden angeleitet, sich mit ihrem Verlust und ihrer Trauer auseinanderzusetzen. Gleichzeitig können sich die Erwachsenen in einem separaten Raum über ihre Sorgen und Ängste austauchen; auch hier unterstützt eine Trauerbegleiterin die Gespräche. (Anmeldung erforderlich)

"Trauer bewegt I"
Sie möchten sich aktiv mit Ihrer Trauer auseinandersetzen, die Trauer annehmen und diese in ihr Leben integrieren?
Wir werden uns an sechs Abenden auf den Weg machen, um Kraftquellen zu aktivieren, das Selbstwertgefühl zu steigern und die Körperwahrnehmung zu stärken. Lassen Sie uns gemeinsam erleben, wie sich eine Balance zwischen dem schmerzlichen Verlust und dem Hier und Heute finden lässt. Trauen Sie sich - wir begleiten Sie gerne auf Ihrem Weg in ein verändertes Leben.
Wir bieten Ihnen halbjährlich an sechs Abenden die Teilnahme in einer festen Gruppe.

"Trauer bewegt II"
Wie sieht mein Leben ohne dich aus? Wie lebe ich im Jetzt und Hier?
Im 2. Kurs von "Trauer bewegt" liegt die Aufmerksamkeit ganz bei Ihnen. Wir werden uns an sechs Abenden intensiv mit dem neuen Leben beschäftigen. Dabei denken wir groß, quer, laut und leise. Wir sehen uns unterschiedliche Aspekte in der Gruppe an und entscheiden für uns 'so könnte es aussehen' - So oder anders, denn jeder Mensch ist unterschiedlich. Bei allen ist jedoch gleich: "DU bist gegangen und ICH lebe weiter".
Wir bieten Ihnen halbjährlich an sechs Abenden die Teilnahme in einer festen Gruppe.


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"Leben mit dem Verlust" - Erst-Trauerbegleitung
Einzelgespräche mit Frau Dr. Dickhoff für Trauernde, die mit Verlust umgehen müssen (nur nach Voranmeldung)

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Ökumenische Trauerbegleitung "trifft FRIEDHOF"
Ziel ist es, den Menschen dort zu begegnen, wo sie mit ihrer Trauer und ihren Sorgen zu finden sind. Wir setzen damit ein Zeichen "den Kirchturm zu verlassen". Besucher/Trauernde laden wir regelmäßig zum Gespräch und Austausch ein.

"TrauerWEGE" für trauernde Männer
Bei den Wanderungen für trauernde Männer besteht die Möglichkeit mit erfahrenen Trauerbegleitern und ebenfalls Betroffenen ins Gespräch zu kommen - So kann mancher "Stein ins Rollen" kommen. Gewandert wird bei jedem Wetter, Getränke bitte mitbringen. (Anmeldung erforderlich)

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Segenszeit 2023
Ökumenischer Gottesdienst für Menschen in Krankheit, Trauer und mit anderem Kummer mit Segnung und Salbung - anschließend Zeit zur Begegnung
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Trost-Kalender 2023

Download 2023
Trauerliteratur in der Kloster-Bücherei
Die Koster-Bücherei hält ausgewählte, aktuelle Literatur für Trauernde und Begleitende jeden Alters für unterschiedliche Trauer-Situationen bereit - kostenlose Ausleihe während der Öffnungszeiten möglich.

Telefonkontaktkreis

Zeit für schöne Stunden, mal wieder klönen, spazieren gehen oder andere Menschen treffen ...

Bücherliste Erw
Bücherliste Ju/Ki

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Ihre Spende
Mit Ihrer Spende unterstützen Sie die ehenamtliche Arbeit der ökumenischen Trauerbegleitung! - Ihnen ein herzliches "vergelt´s Gott"

hier die Spendenkonten

Kooperationen mit den KEFB Mülheim und Oberhausen

 

Einführung in die ehrenamtliche Trauerbegleitung

(Anmeldeschluss: 09. Februar 2023)

In einem sechsteiligen Fortbildungsangebot inspirieren und unterstützen wir Menschen, die sich mit ihrer eigenen Trauerarbeit auseinandersetzen möchten und/oder die Motivation verspüren, andere Menschen in ihrer Trauer zu begleiten. Angeregt durch inhaltliche Impulse und methodisches Hinführen nähern sich die Teilnehmer*innen dieser Aufgabe an, in die sie auch viel ihrer eigenen Persönlichkeit einbringen. Langjährig erfahrtene Referenten*innen begleiten alle Interessierten auf dem Weg zur Trauerbegleiterin / zum Trauerbegleiter im Ehrenamt.




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Weitere Hilfen und Links zu Sonderseiten

 
Evangelische Kirchengemeinde Broich-Saarn, Mülheim http://www.ev-kirche-broich-saarn.de
Evangleische Kirchengemeinde Speldorf http://www.ev-kirche-speldorf.de 
Katholische Kirche Mülheim an der Ruhr http://katholische-kirche-muelheim.de
Bistum Essen  http://bistum-essen.de
Evangelische Kirche im Rheinland  http://www.trauernetz.de
Evangelische Familienbildungsstätte Mülheim an der Ruhr https://www.evfamilienbildung.org 
Katholische Familienbildungsstätte Mülheim und Oberhausen http://www.kefb-bistum-essen.de
Bistum Essen, Trauerraum

https://www.bistum-essen.de/tools/trauerraum/

In diesen Tagen stand ich einer Trauerfeier vor, die doch so ganz anders war als wir es gewohnt sind. Gerade im Umgang mit dem Tod, bei der Feier der Beerdigung, greifen wir auf Rituale zurück, die Halt geben, die stützen und helfen können. Schon das Kondolenzgespräch in der Wohnung der Familie, des/der Verstorbenen, ist nicht möglich.

Eine Messe zur Beerdigung oder die Feier in der Trauerhalle auf dem Friedhof kann nicht stattfinden. Die Anzahl der Trauergäste ist beschränkt und diese sind angehalten im gebotenen Abstand zu stehen. Selbst das Ritual des ‚Erde nachwerfens‘ ist nicht gestattet. Außerdem ist die anschließende ‚Raue‘ untersagt, die einen wichtigen Teil der Trauerarbeit darstellen kann. Gegebenenfalls bietet sich zum 6 Wochenamt oder zu einer anderen Gelegenheit die Möglichkeit eine Messe für den/die Verstorbene/n zu bestellen und anschließend als Trauergemeinde zusammenzukommen, um sich gemeinsam an ihn/sie zu erinnern. Die schon an sich schwierige Zeit der Trauernden wird durch die Corona-Krise noch zusätzlich erschwert.

Auch die Angebote der Ökumenischen Trauerbegleitung links der Ruhr ruhen in diesen Tagen, die stationären Angebote müssen geschlossen bleiben. Viele Trauernden, aber auch BeerdigungsleiterInnen und TrauerbegleiterInnen gehören selbst zur Risikogruppe. Was wir Ihnen anbieten können ist ein telefonisches Gespräch. AnsprechpartnerInnen und Telefonnummern finden Sie auf unserer Webseite und in den Flyern der Ökumenischen Trauerbegleitung links der Ruhr.

Es grüßt Sie freundlich und wünscht Ihnen, auch im Namen des Trauerbegleiterteams, alles erdenklich Gute - besonders Gesundheit.

Passen Sie auf sich auf!

Ihre Gemeindereferentin und Trauerbegleiterin

Andrea Schlüter

 

DA SEIN -
wenn andere gehen
 

 ökumTrauBe ldR

 

Gott legt seinen Segen auf Dich,
schaut Dich an mit den Augen seiner Liebe.
Gehe Du vertrauensvoll Deinen Weg.

Die Einschränkungen in Bezug auf Corona haben in unser aller Leben Einzug gehalten, Veränderungen müssen hingenommen werden. Dies gilt auch für die vielfältigen Angebote der ökumTrauBe ldR .

Das zweimal im Monat stattgefundene "offene Trauercafé" kann aufgrund der Abstandsregeln z.Z. nicht angeboten werden. Das ist ein großer Verlust für die Trauernden, die regelmäßig diese Möglichkeiten genutzt haben, um im geschützten Raum über ihre Trauer zu sprechen.

Eine gute Alternative bietet das Friedhofsprojekt „ökum TrauBe trifft Friedhof“, das bereits seit vier Jahren angeboten wird. Der Friedhof ist ein wunderbarer Ort der Begegnung und die Abstandregelung leicht umzusetzen. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass die Menschen sich gerne auf Gespräche einlassen, die immer wieder als Bereicherung für beide Seiten erlebt werden.

Während der Corona Krise haben sich wesentlich mehr Besucher oder einfach nur Spaziergänger auf dem Friedhof eingefunden. Oft suchen sie das Gespräch, möchten aus der häuslichen Isolation heraus und sich ein wenig unterhalten.

Die Trauerbegleitung möchte natürlich gerne dem gestiegenen Bedarf gerecht werden. Sie erhält Unterstützung aus dem Pastoralteam und von den Trauerbegleitern*innen, deren Angebote z. Z. nicht stattfinden können. 

Wenn Sie Fragen zu diesem Projekt haben, wenden Sie sich bitte an:

- Bernd Heßeler  Tel.: 0208-30 16 98 35  für den Kath. Friedhof Landsberger Str.
- Rita Blank        Tel.: 0208-59 24 13      für den Städt.Friedhof Speldorf

Von Mai bis Oktober bieten wir diese Möglichkeiten einmal monatlich an. So kann sich Gemeinde auch in Corona-Zeiten – mit genügend Abstand – begegnen und näher kommen!

Begegnungs- /Gesprächsangebote der ökumTrauBe ldR :

 Städt. Friedhof Speldorf: 
am 07.05., 04.06., 02.07., 06.08., 03.09., 01.10.2020  von 16:00 – 18:00 Uhr
 Kath. Friedhof Landsberger Str.:  am 28.05., 18.06., 16.07., 20.08., 17.09., 15.10.2020  von 16:00 – 18:00 Uhr


Für das ökumTrauBe-Team: Rita Blank / Bernd Heßeler  

ökumTrauBe ldRWenn eine Familie vom Tod eines Angehörigen betroffen ist, weil ein Elternteil, ein Kind oder auch weiteres Familienmitglied gestorben ist, stellen sowohl Eltern als auch Kinder oft ihre eigene Trauer zurück, um den jeweils anderen nicht weiter zu belasten. Aus diesem Grund möchten wir zu einem Familien-Trauercafé einladen, wo sowohl die Kinder/Jugendlichen als auch die Erwachsenen jeweils eine Möglichkeit haben, sich mit ihrer Trauer auseinanderzusetzen, jeder für sich in einem geschützten Rahmen. 
Weitere Infos und Termine für 2022 finden Sie hier

Anhaltspunkte 44

… diesem Schwerpunktthema widmet sich die aktuelle Ausgabe der Anhaltspunkte Nr. 44 (= evangelischen Gemeindebrief Broich/Saarn).

Hierin kommen sowohl Pfarrer Christoph Pfeiffer wie auch die aktiven Ehrenamtlichen der ökumenischen Trauerbegleitung zu Wort. Interessante Aspekte und Einblicke sind wirklich lesenswert. Einen Überblick über die Angebote der Trauerbegleitung zeigt mögliche individuelle Wege der Trauerarbeit für Trauernde und Angehörige auf. Ebenfalls berichten Betroffene über ihre eigenen Erfahrungen.

Bücherausstellung2022 Martin MöllerBild: Martin Möller


Autor: Thomas Emons
(18. 11.2022 - Quelle:WAZ/NRZ Mülheim)

Ein Netzwerk fängt Trauernde auf. Drei Ehrenamtliche schildern ihre Erfahrungen, auch mit belastendem Erbstreit.

Allerheiligen, Allerseelen, Volkstrauertag und Ewigkeitssonntag. Der November ist der Monat des Jahres, der unter dem Vorzeichen von Tod, Trauer und Gedenken steht. Vor diesem Hintergrund trafen sich die beiden ehrenamtlichen Begräbnisleiter, Bernd Heßeler und Annegret Tewes aus der Pfarrgemeinde St. Mariä Himmelfahrt und die ebenfalls in der ökumenischen Trauerbegleitung Mülheim an der Ruhr aktive Psychotherapeutin Dr. Britta Dickhoff am Rande der Buchausstellung im Kloster Saarn zu einem Gespräch darüber, warum sie sich in einem Themenfeld engagieren, das die meisten Menschen meiden und tabuisieren.

Warum treffen wir Sie heute bei einer Buchausstellung?

Bernd Heßeler: Wir stellen hier Literatur zum Thema Tod und Trauer vor, weil wir festgestellt haben, dass es zumindest nach der ersten Phase der Trauer hilfreich sein kann, etwas darüber zu lesen, wie andere Menschen ihren Trauerprozess erlebt und gemeistert haben. So erfahren die Trauernden: Das ist ja wie bei mir. Ich bin ja gar nicht verrückt, sondern durch meine Trauer nur ver-rückt in eine andere Welt. Zudem ist die hiesige Bibliothek ein guter Treffpunkt, um aus seiner Isolation heraus- und mit anderen Menschen ins Gespräch und in Kontakt zu kommen.

Warum engagieren Sie sich, neben ihrem Beruf als Krankenschwester und Heilpraktikerin, als ehrenamtliche Begräbnisleiterin?

Annegret Tewes: Ich möchte als Begräbnisleiterin, auch vor dem Hintergrund meiner eigenen Trauererfahrungen, sowohl den Verstorbenen als auch den Hinterbliebenen einen würdigen Abschied gestalten, mit dem sie gut weiterleben können und ihnen im Gespräch das gute Gefühl geben, dass ich offen und bereit bin, mit ihnen über ihre Trauer zu sprechen. Damit habe ich gute Erfahrungen gemacht. Das wird von den Menschen dankbar angenommen. Das gilt auch für das Gleichnis vom Regenbogen, das ich gerne nutze, um den Trauernden zu zeigen, dass der Regenbogen, als ein göttliches Hoffnungszeichen, dort am Himmel steht, wo die Wolken am dunkelsten sind.

Warum werden Tod, Trauer, Abschied und Bestattung in unserer modernen Gesellschaft tabuisiert?

Bernd Heßeler: Wir Deutschen sind sehr regelfixiert. Wir fragen zuerst: Was darf ich? Doch wenn es um Tod, Trauer und Abschied geht, sollten wir uns zunächst mal fragen: Was brauche ich in dieser Ausnahmesituation? Deshalb ist es uns auch wichtig, die Bestatter in unser TrauerNetzWerk Mülheim mit einzubeziehen. Und wir sehen, dass immer mehr Bestatter dafür sensibel sind, wie man einen Abschieds- und Bestattungsprozess so individuell gestalten kann, um damit auch die Trauer zu ermöglichen und nicht zu verdrängen.

Heute sterben viele Menschen in Pflegeheimen und Krankenhäusern. Müssen wir zurück in die Vergangenheit, in der die Menschen zuhause im Kreise ihrer Familien starben und dann auch zuhause aufgebahrt wurden?

Annegret Tewes: Ich glaube, dass wir wieder einen anderen Umgang mit dem Tod brauchen. Sicher wäre das auch aus christlicher Sicht wünschenswert. Aber wir sollten nicht bewerten, sondern Menschen in der Trauer Mut machen und ihnen aufzeigen, was möglich ist, wenn es um Tod, Trauer und Abschied geht.

Kann eine gute Trauerfeier Hinterbliebene trösten?

Bernd Heßeler: Das Kondolenzgespräch ist hier grundlegend. Hier geht es für mich vor allem um das Zuhören. Was war das für ein Mensch? Wie haben seine Hinterbliebenen mit ihm gelebt und ihn erlebt? Das ist zunächst viel wichtiger, als die Klärung, welches Lied bei der Trauerfeier gespielt werden soll. Nur so kann eine Trauerfeier für die Hinterbliebenen authentisch und tröstlich werden.

Annegret Tewes: Ich versuche den Menschen, persönlich etwas mitzugeben, was sie berührt und tröstet. Gerne erinnere ich mich an eine Trauerfeier, vor der ich die handgeschriebene Lebensgeschichte des Verstorbenen lesen durfte. Dies konnte ich in meine Ansprache und in die Fürbitten mitnehmen. Und es hat mich damals sehr angerührt, dass die Hinterbliebenen meine Worte immer wieder zustimmend kommentiert haben und mir im besten Sinne ins Wort gefallen, sind: „Ja. Genau so war es. Genauso war er!“ Mir erscheint es besonders wichtig, dass die Hinterbliebenen eine Brücke zueinander finden und anerkennen, dass jeder anders trauert.

Und was kommt nach der Trauerfeier?

Bernd Heßeler: Wichtig ist es, Trauernde nicht allein zu lassen, mit ihnen im Gespräch zu bleiben und sie immer wieder in die Gemeinschaft hineinzuholen, ob im Rahmen eines Trauercafés oder eines Trauerseminars oder auch in die Gemeinde, in der Nachbarschaft und auch am Arbeitsplatz. Auch hier sollte man den Trauernden nicht aus dem Weg gehen, sondern mit ihnen im Gespräch bleiben. Deshalb ist es dem Bundesverband der Trauerbegleiter auch ein Anliegen, dass in jedem Betrieb mindestens ein Mitarbeiter zum Trauerbegleiter qualifiziert wird.

Ist der November mit seinen Trauertagen für Trauerende ent- oder belastend?

Bernd Heßeler: Wir haben bei unserer Allerheiligenandacht auf dem Friedhof, bei der Grabsegnungen, aber auch bei unseren Gesprächen am Grab erlebt, dass es denHinterbliebenen ein tröstliches Bedürfnis ist.

Was sagen Sie Trauernden als Psychotherapeutin mit eigenen Trauererfahrungen?

Britta Dickhoff: Jeder Mensch muss seine eigenen Trauererfahrungen machen. Die kann einem niemand abnehmen. Aber ein Gespräch kann helfen, wenn man keine guten Ratschläge gibt, sondern zusammen mit dem Trauernden Ideen entwickelt, wie ein Leben ohne den Verstorbenen weitergehen kann und ihn darin zu ermutigen, seinen eigenen Weg der Trauer, aber auch des Lebens weiterzugehen. Leider kommt es in der Trauerphase immer wieder zu belastenden Streitigkeiten zwischen Hinterbliebenen, wenn zum Beispiel ein Erbe oder die Gestaltung der Trauerfeier im Raum steht. Ich selbst habe die Erfahrung gemacht, dass Literatur, zum Beispiel die Gedichte von Hermann Hesse, Else Lasker-Schüler, Hilde Domin und Mascha Kaleko, Trauernde sehr gut trösten und ihnen Mut zum eigenen Weiterleben machen kann.