Indienreise 2.0 - Der Reiseblog 2026

indienreisezweipunktnullTag 15 - 03.02.2026 - Der letzte Tag

Guten Morgen,

heute starten wir mit Indiens Top-Sportart Cricket. Pater Bala ist begeisteter Fan dieses Sports und hat früher selbst gespielt. In jedem Hotel läuft Cricket in der Prime Time im Fernsehen. Also ein Muss für jeden, der Indien besucht. Nun folgt ein Versuch diese spannende Sportart in Kürze zu präsentieren. Die Kenner unter Ihnen mögen uns Ungenauigkeiten verzeihen.

Cricket ist ein taktisches Schlagballspiel zwischen zwei Teams mit je elf Spielern auf einem ovalen Rasenplatz. Pro Spielabschnitt - “innings” genannt - stehen zwei Batter (einer von ihnen mit einem flachen Schlagholz bewaffnet, geschützt durch Pads, Helm und Handschuhe) der einen Mannschaft und der gegnerische Werfer (Bowler) in der Platzmitte. Der Werfer wird von zehn - verteilt über den Platz - Fängern seiner Mannschaft unterstützt.

Die Spielregeln sind wie folgt: Ziel ist es, die meisten "Runs" (Punkte) zu erzielen. Ein Bowler wirft den tennisballgroßen Ball zum aktiven Batter. Der Batter muss den hinter ihm stehenden "Wicket" (drei eng nebeneinander stehende, ca. 50 cm hohe Holzstäbe) verteidigen, wozu er den Ball mit dem Schläger wegschlagen muss. Runs entstehen, wenn die zwei Batter auf dem Feld die Pitch (20m-Bahn) hin und her laufen oder der Ball die Feldbegrenzung erreicht. Bowler und Feldspieler versuchen, die Batter aus dem Spiel herauszuwerfen, z.B. durch Treffen des Wickets, Fang aus der Luft oder Herausnahme des Spielers durch den Schiedsrichter (z.B. indem der Ball den Körper eines Mitspielers berührt). Die Spieldauer variiert stark, von wenigen Stunden bis zu mehreren Tagen. Nach einem Spielabschnitt tauschen die Mannschaften ihre Rollen. 

Australien, Indien, Südafrika, Neuseeland und England sind für beide Geschlechter die weltweit führenden Cricket-Nationen. Die ICC (International Cricket Council) Herren WM startet am 7. Februar 2026 und wird in Indien und Sri Lanka ausgetragen. Es ist derzeit das Top-Thema. Es läuft in Dauerschleife im Fernsehen mit Reportagen, Einspielern, Sportlerportraits.

Wir verabschieden uns von Mysore mit einem Gruppenfoto vor dem Hotel. Auf geht’s nach Bengaluru. Mein Tag beginnt bestens. Meine blaue Stoffjacke - die ich gestern Abend, während unseres gemeinsamen Abends an der Poolbar, schmerzlich vermisst hatte - hat im Bus übernachtet.

Pater Balas Impuls blickt zurück auf die vergangenen vierzehn Tage und bereitet uns auf die letzte Etappe unseres indischen Abenteuers vor. Wir singen “Eine große Stadt ersteht” und “Einer hat uns angesteckt”.

Bengaluru (ehemals Bangalore) empfängt uns mit zähfließenden Verkehr. Was anderes hätte uns auch gewundert. Sie ist die Hauptstadt von Karnataka. Hier leben 13 Mio. Menschen. Die großen globalen und nationalen Tech-Konzerne haben sich hier angesiedelt. Es ist auch bekannt als das "Silicon Valley” Indiens. Den Stadtteil nennt
man auch “Electronic-“ oder “Cyber-City”. Auch hier trifft Moderne und Tradition aufeinander und ergänzt sich.

Eine Orientierungsfahrt mit dem Bus steht an. Wir quälen uns mit einem Stop-and-Go-Verkehr durch eine Millionenstadt. Wir haben uns an dieses Verkehrschaos gewöhnt. Rechts und links gleiten diverse öffentliche Gebäude, staatliche Verwaltungen, Wohnhäuser, Gymnasien, Universitäten, Krankenhäuser, Kleingeschäfte, Kaufhäuser an uns vorbei. Pater Bala stellt uns Stadtteile, markante Gebäude und Institutionen in Bengaluru vor. Unser Fahrer kennt den Weg und wir verfolgen in aller Ruhe das Verkehrsdrama der Stadt. Die Fahrt wird von einem kurzen Halt unterbrochen. Einige von uns kaufen mehrere Flaschen von Bombombolee, der indische Rum. Wir fahren an “Klein Rom” vorbei. Viele verschiedene christliche Ordensgemeinschaften haben sich hier niedergelassen. Wir machen einen kurzen Pay-and-Use-Toilettenhalt. Noch eine Stunde Fahrt zum Ordenshaus. Wir passieren ein DHL-Logistikzentrum. Pater Bala verkürzt uns die Zeit und berichtet von seiner Studienzeit in Bengaluru.
Wir nähern uns zügig auf der Autobahn unserem Ziel, müssen aber noch einen kilometerweiten U-Turn fahren. Wir versuchen den Mega-Stau auf der Autobahn durch die parallel verlaufende Seitenstraße zu vemeiden. Kurz vor dem Ziel verhindern zwei Fahrbahnbegrenzungen die Weiterfahrt auf dieser Straße. Wir müssen in den Stau. Stop-and-Go Geschwindigkeit. Zum Glück kann der Busfahrer kurz vor unserem Ziel auf die freie Seitenstraße wieder einbiegen. Kurz darauf fahren wir in Millimeterarbeit in die Einfahrt.
Wir werden von den dortigen Oblaten des heiligen Franz von Sales (OSFS) freundlich empfangen. Pater John empfängt uns mit zwei Studenten. Hier leben 5 Patres und 10 Studenten. Ein Buffet mit Kaffee, Tee, Milch, warmen und süßen Speisen ist vorbereitet. 35 müde Krieger lassen es sich schmecken und sitzen an zwei langen Tischreihen zusammen. Es ist sehr lecker. Gespräche, Gedanken zwischen uns. Mache von uns träumen von leckern Marmeladen, Käsesorten, Eintöpfen, einer Leberwurst. Pater Bala ist in seinem Element in seinem indischen Mutterhaus.
Wir betreten anschließend die Ordensschule “De Sales Academy”. Wir werden vom Schulleiter - Pater Bijesh - in der zweiten Etage an dem Treppenaufgang empfangen. Hier wird englisch unterrichtet. Es werden auch Deutschkurse angeboten. Es ist gerade Schulschluss und die Schüler und Schülerinnen kommen in ihren Schuluniformen die dritte Etage herab und gehen ins Erdgeschoss. Der Schulleiter führt uns in einen separaten Raum. Dort erwartet uns eine ältere Schülergruppe und führt uns Free-Style-Gruppenformationstanz zu moderner indischer Popmusik vor. Rhythmische Tanzeinlagen. Die Lehrerin der Gruppe hat heute Geburtstag. Wir singen für sie “Zum Geburtstag viel Glück”, “Viel Glück und viel Segen” anschließend noch “Herr wir bitten, komm und segne uns”. Der Schulleiter stellt uns seine Schule vor. Wir schlendern noch durch die Schule. Klassenräume auf jeder Etage, die Aula auf der dritten Etage. Sechs Schüler - die deutsch als Fremdsprach gewählt haben, die Klassenlehrerin seitlich stehend - empfangen uns in einem Klassenraum auf der dritten Etage. Die Kinder unterhalten sich in deutsch und englisch mit uns. Die Schule ist modern und hat wie deutsche Schulen auch einen Musikraum. Die Schule finanziert sich über das jährliche Schulgeld (600-700 EUR) und Spenden. Außerhalb ereichen wir die Sportanlage mit Volley-, Basket- und Fußballfeld. Es gibt auch einen kleinen Spielplatz. Der Schulhof ist gepflastert und mit Spielfeldern markiert. Zwei moderne Schulbusse stehen neben dem Schulhof. Zuletzt ein Gruppenfoto auf dem äußeren Treppenaufgang. Wir schlendern an gemalten Darstellungen u.a. von Nehru, Leonardo da Vinci, Nelson Mandela, Charlie Chaplin vorbei.
Wir setzen uns kurz in die, vor drei Jahren renovierte, kleine Kapelle des Ordens. Hier treffen sich die Ordensleute und Studenten zum morgentlichen Gebet. Das Einzugsgebiet für die sonntägliche Messe in der Kapelle ist groß. Zwei Reiseteilnemer überreichen jedem von uns ein kleines Kreuz mit Dankesgruß. Um sechs Uhr abends halten wir eine kurze Andacht in der Kapelle. Ein gelungener Abschluss.
Unser indisches Abenteuer endet hier. Es steht noch der Rückflug an. Um Mitternacht checken wir ein. Es war eine spannende Zeit mit vielen neuen Eindrücken und Erkenntnissen.
Unser herzlicher Dank geht zunächst an Pater Bala für seine Fürsorge, seinen Einsatz und Unterstützung vor und während der Reise. Der Dank gilt dem Presseteam und allen, die diese Reise mit vorbereitet und gestaltet haben. Wir möchten uns auch bei Ihnen, liebe Leser unseres Reiseblocks, recht herzlich bedanken.
Wir verabschieden uns nun von Ihnen und sagen tschüss. Vielleicht sehen wir uns ja bei einem Gottesdienst, auf einem Pfarrfest oder zu Weihnachten.
Hier ein paar Impressionen vom Tag:

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Tag 14 - 02.02.2026

Guten Morgen,

ich hoffe, dass Sie genauso gut geschlafen haben wie ich. Heute bleiben wir in Mysore.

Im Laufe des Tages besuchen wir die Basilika St. Philomena. Indien macht uns bewusst, dass christliche Gotteshäuser keine Selbstverständlichkeit sind. Die Reise als Gruppe macht deutlich, dass das Internet das persönliche Gespräch und die gelebte Nächstenliebe zwischen Christen nicht ersetzen kann.

Indien färbt ab und warum sollen wir keine Werbung für unsere Gemeinde machen? Vielleicht ist das eine der Erkenntnisse dieser Reise. In Indien wird an jeder Ecke für alles Mögliche geworben, auch für die jeweilige Religion. Die Menschen sind stolz auf Ihre Glaubensrichtung. Also machen wir das jetzt auch. Es folgt nun ein kleiner Werbeblock für unsere Gemeinde.

Sie finden unsere römisch-katholische Gemeinde im südlichen Teil von Mülheim an der Ruhr. Von unserer Hauptkirche, Kloster Saarn (Kirche St. Mariä Himmelfahrt), ist es einen Katzensprung in die Ruhrauen und zum Bummeln und Einkaufen im Dorf Saarn. Sie finden uns aber auch in anderen Stadtteilen mit den Kirchen St. Theresia von Avila und St. Michael. Auf dieser Internetseite finden sie das komplette Angebot und verschiedene Informationen zu unserer Pfarrei. Hier finden Sie auch die Adressen zu unseren Kirchen und Gottesdiensten. Pfarrer Böckmann und sein Pastoralteam und die Verwaltung der Gemeinde sind im Kloster Saarn ansässig. Die Saarner Orgeltage oder auch die Konzerte der Kantorei und ihrer Chöre sind einen Besuch wert. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Pater Bala bereitet uns mit seinem Impuls auf den Tag vor. Wir singen “Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht” und “Ein Funke, aus Stein geschlagen”. Wir sind auf den Tag und seine Höhepunkte gespannt.

Mysore ist eine historisch reiche Stadt im Bundesstaat Karnataka, bekannt als „Stadt der Paläste“. Wichtige Eckdaten sind: die Lage im Süden Karnatakas am Fuße der Chamundi Hills, eine Fläche von etwa 286 km², eine Durchschnittshöhe über dem Meeresspiegel von 770 m, eine vielfältige Wirtschaft (Landwirtschaft, Dienstleistungen) und eine Bevölkerung, die überwiegend Kannada spricht. Hinduismus ist hier die Hauptreligion.

Auch heute wird der Bericht in Realtime geschrieben, sonst gehen einem die Augenblicke verloren. Die Autokorrektur ist auch diesmal kein Segen. Die Korrekturen erfolgen am Abend.

Unser erstes Reiseziel am heutigen Tag ist der Sri Chamundeshwari Tempel, ein wichtiger Hindu-Tempel auf dem Chamundi-Hügel. Er stammt ursprünglich aus dem 12. Jahrhundert (Hoysala). Der reich verzierte Turm stammt aus dem 17. Jahrhundert (Vijayanagara). Er ist der Schutzgöttin Chamunda gewidmet. Der Wodeyar-Herrscher von Mysore prägte diesen Tempel. Er ist ein zentraler Ort für das berühmte Mysuru Dasara Fest.

Wir fahren in Serpentinen den Berg hinauf und haben einen fantastischen Blick auf Mysore. Oben angekommen, säumen Straßenhändler zu beiden Seiten der Straße den Weg zum Tempel. Wir kommen an einer mächtigen dämonischem Figur vorbei. Sie erinnert an Dschinghis Khan, der in der rechten Hand einen Säbel über seinen Kopf schwingt und in der linken Hand einen Schlange hält. An einem Schuhstand ziehen wir unsere Schuhe aus. Vor dem Tempel herrscht ein reges Treiben von Straßenhändlern und Gläubigen. Unser Reiseführer S.B. besorgt die Eintrittskarten und wir betreten den Tempel über einen priviligierten Eingang. Dort erhalten wir als Gegengeschenk für den Eintrittspreis zwei - in eine Papiertüte eingepackte - mittelgroße, süße Reisbällchen (Laddu). Sie sollen das Leben der Gläubigen versüßen. Fotografieren ist verboten. Wir gelangen zum Opferstock für Geldgaben. Der Weg dorthin dient den Gläubigen zur Andacht und des Gebets. Der Altarschrein der bunten hinduistischen Gottheit befindet sich hinter drei mit silbernen Ornamenten eingefasste Torbögen. Wir werden zügig von Tempelwächtern am Opferstock zum Ausgang weitergeleitet. Einige Gläubige erfahren ein Privileg und dürfen hinter die Absperrung. Wir gehen zum Abschluss an einer langen Reihe anstehender Gläubige vorbei. Außen werden wir von einer Kuh empfangen. Es folgt ein Rundgang um den Tempel. Wir kommen an zwei weiteren hinduistischen Tempeln vorbei. Hupen von Autos und Zweikraftfahrer begleitet uns während des Wegs. Ab und zu gibt es auch ruhige Momente. Es knallt die Sonne auf uns herab. Es weht ein laues Lüftchen. Die Gruppe teilt sich in Grüppchen. Wir schlendern über die Straße und tauschen unsere Gedanken aus. Pater Bala hält die Gruppe zusammen.

Auf der Rückfahrt ins Tal, ein kurzer Zwischenstopp zum Foto auf Mysore. Das Parken an einem besonderen Aussichtspunkt - ohne Park- und Haltemöglichkeit - ist verboten. Unser Fahrer ermöglicht den Halt. Einige steigen aus und machen - stellvertretend für uns - einige Fotos. Wir genießen die Rückfahrt, teilweise mit einem fantastischen Blick auf Mysore. Leider liegt rechts und links - trotz öffentlicher Müllabfuhr - herrenloser Müll auf öffentlichen Flächen herum. S.B. erklärte gestern, dass Inder, das so machen. Eine Erklärung konnte er nicht geben. Auch Pater Bala konnte einen Grund dafür nicht nennen. Jedoch hat dies mit der Einführung von Plastik als Verpackung begonnen.

Shopping in einem Factory Outlet steht nun an. Dafür verzichten wir auf den geplanten Besuch des örtlichen Obst- und Gemüsemarkts. Hier finden sich edle Kleidungsstücke und verschiedene Holzgemälde und -figuren. Einige von uns kaufen Schale, Hemden, Kleider und Figuren.

Unser nächstes Ziel ist die Basilika St. Philomena. Sie ist eine beeindruckende neugotische Kathedrale, inspiriert vom Kölner Dom, mit zwei 52,5 Meter
hohen Türmen, die 1939 fertiggestellt wurde. Sie beherbergt Reliquien der Heiligen Philomena, prachtvolle Buntglasfenster aus Frankreich und gilt als eine der größten Kirchen Indiens.

Wir kommen an und haben eine Stunde zur freien Verfügung. Wir wandern zunächst die Hauptstraße mit brausendem Verkehr auf der rechten Seite entlang. Man fährt an uns knapp vorbei. Auf beiden Seiten Geschäfte. Wir biegen in Nebenstraßen ab. Es ist relativ ruhig. Uns begegnen Kühe, die in einem zentral abgetrennten Müllplatz nach Nahrung suchen. Ansonsten ist es relativ sauber. Eine Frau fegt den Müll an einer Mauer zu einem Haufen zusammen. Wir sehen einen Maurer, der die Steine auf seinem Kopftuch in einen mehrstöckigen Rohbau trägt. Ein Hund schläft entspannt mitten auf der Straße. Vor uns halten zwei Motorräder. Die Fahrer kennen und unterhalten sich. Dahinter hält ein Wagen, der Fahrer wartet. Eine voll verschleierte Frau geht in die christliche Schule neben der Kirche. Im Hintergrund ruft der Muezzin sein Mittagsgebet.

Die Gruppe trifft sich im Vorhof der Kirche. Spätestens um 13.15 Uhr beginnt unser Gottesdienst mit Pater Bala. Noch ein kurzer Toilettengang für 10 Rupien. Der Toilettenraum und die Urinagen werden mit gechlortem Wasser ausgespült. Auf dem Weg zurück sehe ich eine Mädchenklasse in Schuluniform geordnet und in Vierergruppen zusammen im Schatten sitzend.

Wir feiern mit Pater Bala in der Sakristei die heilige Messe. Wir wollen die öffentliche Wallfahrt von Pilgern nicht stören. Ein knieender in rosa gekleideter Engel schaut uns von oben bei der Messe zu. Wir fühlen uns wie die ersten Christen. Weihnachtsdeko, Kirchenfenster mit Christus in unterschiedlichen Lebensphasen und Handlungen, Pokale und Bilder von Papst Leo XIV. und dem Bischof von Mysore schmücken den Raum. Wir feiern Mariä Lichtmess und empfangen am Ende, von einem festlich gekleideten Pater Bala, den Blasiussegen. Am Ende erhält jeder beim Verlassen der Sakristei eine geweihte Kerze, die die örtliche Gemeinde gespendet hat. Es ist für uns der spirituelle Höhepunkt der Reise.

Als Pilger betreten wir gespannt die Wallfahrtskirche. Manche von uns halten Andacht und lassen den Raum und die Atmosphäre auf sich wirken. Es ist angenehm kühl. Die Kirche ist innen in weiß gehalten und wird am Altarraum von einer Christusfigur überragt. An der Decke hängen, in verschiedenen Farben, viele kleine Pakete, Glocken und Sterne. Die Kirche beeindruckt mit ihrer in weiß gehaltenen, schlichten Marmor-Architektur. Die Krypta führt zur liegenden Statue der heiligen Philomena. Ein weiterführender Gang führt an den Wänden die Spender der Kirche auf.

Nach einer demokratischen Abstimmung (Hotel/Brindavan-Garten) erreichen wir nach weiteren 45 Minuten den Brindavan-Garten. Er ist ein berühmter Ziergarten mit Terrassen, Springbrunnen und bunten Blumen, der am Staudamm Krishnarajasagara (KRS) liegt.

Die indische Gründlichkeit schlägt Pater Bala und S.B. voll entgegen. Für den Eintritt sind die Visa und die Reisedokumente im Orginal notwendig. Die elektronischen Dokumente reichen nicht. Schade, macht nix. Manche Dinge auf dieser Reise hat der Veranstalter nicht bedacht oder schlecht recherchiert. Wir sind flexibel und besuchen stattdessen eine Tempelanlage bei den Backwaters auf dem Weg zurück zum Hotel.

Wir erreichen den hinduistischen Venugopala Swami Tempel mit einem fantastischen Blick auf die Backwaters. Er ist ein im 12. Jahrhundert erbauter Hindu-Tempel im Hoysala-Stil. Er ist dem Gott Krishna geweiht. Aufgrund des KRS-Dammbaus war er über 70 Jahre lang überflutet. Er wurde durch die Khoday Foundation akribisch restauriert und an einem neuen Uferplatz wiederaufgebaut. 

Krishna ist eine zentrale Gottheit im Hinduismus. Er wird als achte Inkarnation von Vishnu verehrt. Er symbolisiert Liebe, Weisheit und Freude, oft dargestellt mit blauer Haut, Flöte und Pfauenfeder. Bekannt ist er aus der Bhagavad Gita als Lehrer Arjunas und als göttlicher Kuhhirte. 

Es isr eine viereckige, in massiven Stein, kopfhoch gebaute Anlage. Durch Säulengänge gelangte man zum heiligen Schrein. Wir gehen an verschiedenen Steingrotten mit steinernen Figuren der Inkarnation von Krishna und Vishnu vorbei.

Auf der Rückfahrt reicht man uns einen Bombomlee (indischer Rum). Wir prosten uns alle ein “Bombombolee” zu. Ich trinke ihn mit Pepsi-Cola.

Wir lassen den Tag mit shoppen, einem gemeinsamen Abendessen und einem anschließendem kühlen Drink an der Poolbar ausklingen.

Hier ein paar Impressionen vom Tag:
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Tag 13 - 01.02.2026:

Mit einem Lächeln im Gesicht treffen wir uns im Frühstücksraum. Die Nacht in unserem Luxushotel war himmlisch. Genauso geht es mit dem Frühstück weiter.
Wir genießen den kulinarischen Höhepunkt in vollen Zügen.


Rein in den Bus; erstes Ziel ist die St. Michaelkathedrale, Sitz des Bischofs des Bistums Coimbatore. Nach Grundsteinlegung im Jahr 1850 wurde sie nach 17 Jahren Bauzeit im Jahr 1867 feierlich eingeweiht. Aufgrund von Baumängeln und dem Wachstum der Gemeinde erfolgte 2013 der Abriss. An selber Stelle wurde sie als moderne Kathedrale wieder aufgebaut und im Jahre 2016 eingeweiht.

Auf dem Weg zur Kathedrale fahren wir an einem hinduistischen Tempel vorbei. Hier im Süden sind die Tempel im Gegensatz zum Norden Indiens bunt, die Götter werden in menschlicher Gestalt dargestellt. Vor dem Tempel ein Gedränge von Menschen, es findet hier eine kostenlose Essensausgabe statt, die nur durch Spenden finanziert wird. Unser Reisebegleiter S.B. erklärt uns: "Das ist Essen von Gott, deshalb stehen hier nicht nur arme Leute an." Der Bus quetscht sich durch die kleine Straße und dann können wir die kilometerlange Schlange der Gläubigen sehen, die noch den Tempel zum Beten betreten möchten. Unfassbar, wie geduldig die Menschen einfach warten - von denen können wir noch eine Menge lernen! Durch Straßensperrungen kommt unser Bus nicht durch und wir fahren kurze Zeit später ein zweites Mal an der Schlange vorbei. Die Leute schauen ungläubig: den Bus kennen wir doch!

Als wir die Stufen zur Michaelskathedrale hochgehen, schallt uns bereits sehr laute und schöne Musik entgegen. Es ist Sonntag und in der Kirche findet eine Hl. Messe statt. Ein Jesuskind im strahlend weißen, flauschigen Kunstgewand steht in einer Nische seitlich des Eingangsportals. Vor der Tür stehen unzählige Schuhpaare. In Indien werden auch in der katholischen Kirche die Schuhe ausgezogen.

Einige von uns nehmen in der Kirche Platz. Andere wohnen dem Gottesdienst von der Tür aus bei. Die Kirche ist voll, die meisten Frauen tragen bunte Saris. Im hinteren Bereich wurden Plastikstühle zugestelllt. Ein kleiner Chor steht vorne neben dem Priester und begleitet den Gottesdienst mit Gesang, der über große Lautsprecher ins Kircheninnere, aber auch nach draußen übertragen wird. Die Musik berührt uns - sie klingt fremd und vertraut zugleich.

Kurze Zeit später ist die Messe beendet und wir können das Bauwerk von innen bestaunen. Die Kirche ist hell und freundlich, ein Kreuzweg aus bunten Mosaiksteinen schmückt die Wände. Auch die Apsis ist bunt verziert, ansonsten dominieren weiße und goldene Töne den Raum.
Wir singen gemeinsam ein Lied und beten das Vater unser. Wir fühlen uns reich beschenkt.

Ab in den Bus. Im Morgenimpuls spricht Pater Bala über das heutige Evangelium, die Seligpreisungen aus dem Lukas Evangelium.
Die Seligpreisungen sind für uns Christen ein Weg, auf den wir uns immer wieder neu einlassen müssen. Sie sind nichts bereits Erreichtes, sondern in unserem Leben oft noch unvollkommen. Aber auf jeden Fall segensreich.

Die Reise geht weiter. die Landschaft verändert sich. Zuerst fahren wir durch kleine Städte, ein knallbunter Hindutempel nach dem anderen säumt die Straße. Vorbei an Bananen- und Zuckerrohrplantagen, Akazien- und Tamarindenbäumen nähern wir uns dem Nigirigebirge: Hier wohnen die Elefanten und Tiger. Der Bus kriecht im ersten Gang die 27 Serpentinen hoch - Timmelsjoch 2.0. Wir sind plötzlich hellwach, Rangiermanöver in steilen Kurven, wir halten die Luft an - jetzt bitte nicht rückwärts über den Abhang rollen.
Von oben schauen wir dann auf die grüne, gewaltige, wilde Gebirgskette. Leider kein Tiger zu sehen heute. Wir machen einen spontanen Halt. An der Straße bietet ein Verkäufer frische Kokosnüsse und Jackfrucht an. Bala ordert für uns. Die Kokosnüsse werden frisch geöffnet, Strohhalme verteilt. Prost! Einige von uns kosten von der angebotenen Jackfrucht. Sie überrascht uns mit ihrer köstlichen Süße. Mit Glöckchen geschmückte Kühe laufen an uns vorbei. Eine ganz neugierige wagt es mit ihrer Schnauze bis an die Kokusnüsse.

Nach zweistündigen Fahrt erreichen wir den Mysore Palast in Karnataka.
Er wurde zwischen 1897 und 1912 mit 3 Stockwerken, quadratischen Türmen, zahlreichen Kuppeln und einer beeindruckenden, vergoldeten Zentralkuppel gebaut. Sie ist eine der Hauptattraktionen der "Stadt der Paläste" und ein prächtiges Beispiel des indu-sarazenischen Stils. Soviel zur Historie.

Als wir vor dem Palast stehen, sind wir von den riesigen Dimensionen und der Schönheit der Anlage sehr beeindruckt. Ein solches Schmuckstück hatten wir nicht erwartet. Auch die kostbare Innenausstattung ist überwältigend. Nachdem wir zahlreiche Säulen- und Gewölbegänge erkundet haben, bekommen wir eine Ahnung davon, wie prächtig die Maharaja Familien gelebt haben müssen: Goldene Säale, silberne filigrane Türen, kostbare Sandelholzdecken, Intarsienarbeiten - unfassbarer Reichtum!
Das absolute Highlight war die wunderschöne Palastbeleuchtung bei Anbruch der Dunkelheit.
Weil wir es mit Worten nicht beschreiben können, hängen wir Euch Bilder zur Ansicht an.

Dann geht es zurück zum Bus und ab ins Hotel! Das war ein langer Tag und morgen folgt ein weiterer.
Eure Indienreisenden

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Tag 12 - 31.01.2026:

ശുഭദിനം (ausgesprochen: śubhadinaṁ) - Guten Tag, 2vielen Dank für Ihre Treue.

Heute starte ich mit zwei Rätseln aus Kerala, die mir Googles KI angezeigt hat. Zunächst der sog. roten Regen in 2001. Zwischen Juli und September 2001 fiel im südindischen Bundesstaat mehrfach blutroter Regen, was international für Aufsehen sorgte und bis heute nicht vollständig geklärt ist. Oder die sog. Grünen Eier. Es gab Berichte über Hühner, die grüne Eier legten. Das sorgte für Verwunderung, wobei als Ursache das Futter vermutet wurde.


Coimbatore heißt unser heutiges Ziel. Vor uns liegen 250 Km Busfahrt. Busfahren heißt Zeit mitbringen. 10 Stunden werden wir heute unterwegs sein. Anstrengend ist es. Der klimatisierte Bus, das ein- und aussteigen und die Reise in verschiedenen Klimazonen fordern ihren Tribut. Wir werden auf der Indienreise in insgesamt acht Bundestaaten mit ca. dreitausend Kilometer unterwegs gewesen sein. Bei 28 indischen Bundesstaaten wird einem die Dimension von Indien wieder einmal vor Augen geführt.

Erste Gespräche beim Frühstück und in der Hotellobby. Deutschland steht im Finale. Sieg gegen Kroatien. Einige von uns haben gestern den spannenden Handballkrimi live per Internet verfolgt. In der zweiten Spielhälfte mussten wir zittern. Nun geht es morgen im Finale gegen Dänemark. Es gibt so vieles, was uns mit zu Hause verbindet und uns wichtig ist.

Pater Balas Impuls geht heute auf unsere innere Stärke beim Umgang mit Veränderungen ein. Veränderungen erleben wir hier auf unserer Reise durch dieses Land. Unterschiedliche Sprachen, Gebräuche, Religionen gepaart mit unterschiedlichen Lebensweisen und Vegetationen sind bisher unsere Begleiter. Viele Maßstäbe in diesem Land sind unterschiedlich und weichen von unseren Vorstellungen vollkommen ab. Veränderung erleben wir hier und die braucht Zeit, sie lässt sich nicht verordnen. Begleitet wird der Impuls durch “Lobe den Herren” und “Herr wir bitten, komm und segne uns”.

Unser erstes Reiseziel ist eine Kautschukplantage. Indien ist ein wichtiger Akteur im globalen Kautschukmarkt, mit Hauptanbaugebieten in den südlichen Bundesstaaten Kerala (mit ca. 74% der indischen Produktion), Tamil Nadu und Karnataka, die tropisches Klima benötigen (über 25°C, viel Regen). Als drittgrößter Produzent weltweit (2020: 6,5% der Weltproduktion) verdoppelte sich Indiens Anbaufläche von 1985 bis 2022 fast auf 138.000 km², was auch zu Waldrodungen führte. Die Produktion wird vor allem durch Kleinbauern getragen und ist entscheidend für die lokale Wirtschaft. 

Wir fahren also wieder Richtung Kerala den Berg hinunter. Die direkte Strecke nehmen wir nicht, da diese für Busse zu gefährlich ist. Es ist Samstag mit weniger Verkehr. Auch heute wird an der Bergstraße gebaut. Sie ist eine einzige Baustelle. Überall werden die Berghänge mit Betonplatten und -wänden befestigt. Eine Mamutaufgabe und beeindruckende Ingenieursleistung und das bei laufendem, beidseitigem Verkehr. Für Indien scheint der Drang zur Moderne eine Selbstverständlichkeit zu sein. Der Wille versetzt Berge.

Wir machen einen Zwischenstop an der Raststätte von vorgestern. Wieder im Nirvana. Viele holen sich einen Snack und Coke. Es gibt ungewöhnliche Füllmengen 740ml Coke-Flasche für 50 Rupien. Cashback ist für die Coke per Handy möglich. Manche von uns berechnen im Dreisatz den 1 Liter-Preis. Man setzt sich zusammen und tauscht Geschichten aus. Bei einigen funktionierte die Toilettenspülung auf dem Hotelzimmer nicht. Selbst waren die Frau, der Mann und sie und er haben sich als Gas- und Wasserinstallateure betätigt.

Ein kurzes Stück weiter, kurzer Zwischenstopp an einer Kautschukplantage. Nach kurze Absprache mit dem Plantagenbesitzer überfluten wir als Gruppe die Plantage. Pater Bala erklärt in Kurzfassung die Kautschukgewinnung und -verarbeitung. Es soll nur ein kurzer Stopp werden. Besondere Zwischenfälle: Ameisen- und Stechmückenbisse. Wir sind alle wieder an Bord.

Unser nächstes Reiseziel ist die St. Georgs-Basilika in Kothamangalam, auch als St. Georg’s Forane bekannt. Sie ist eine der ältesten und wichtigsten Kirchen in Kerala, berühmt für ihre reiche Geschichte und beeindruckende Architektur. Die Kuppel und die vielen biblischen Fenster erzählen die Geschichten aus dem Alten und Neuen Testament. Die Basilika ist ein bedeutendes Pilgerzentrum, insbesondere für die Syrisch-Orthodoxe Kirche des Ostens (Malankara Orthodox Syrian Church).

Hitze und Schwüle empfängt uns beim Aussteigen. Wir gelangen über einen Seitenweg zur Kirche. Über eine Treppe erreichen wir die Kirche mit zwei viereckigen Türmen. Die Kirche ist, innen und außen, ein schlichter weißer Bau. Hinter dem Altar wird in einem Kirchenrelief Maria, Jesus und der heilige Georg abgebildet. Wir werden Zuschauer einer Kommunion und Firmung zweier Kinder. Die Musik ist für unsere Ohren ungewönlich und wird nur durch die Predigt unterbrochen. Wir wollen die Zeremonie nicht stören. Menschen sind in einem links neben der Kirche stehenden Gebäude zum Essen versammelt. Nonnen in weißen Ordenstrachten stehen zusammen im Schatten auf dem Kirchenplatz. Es wird ein kurzer Besuch.

Es folgen weitere vier Stunden Busfahrt zum Palakkad Fort. Bombombolee und Mixture (ein Gemisch aus zerkleinerten fritierten Reisnudeln, Linsen, Erbsen und Karotten) heben die Stimmung. Gespräche mit den direkten Nachbarn sind die Folge. Der Bombombolee führt bei vielen zu der entsprechenden Sitzschwere ohne lautes Schnarchen.

Der Bus schaukelt und man geht seinen Gedanken nach. In Deutschland sagen wir “Man sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht”. Unsere Reise ist eine Fülle von Impressionen, die wir erst alle verarbeiten müssen. Wahrscheinlich erkennt jeder von uns erst zu Hause, welchen Stellenwert diese Reise in unserem Leben einnehmen wird.
Bilder vom gestrigen Abend kommen mir in den Sinn. Ausklang des Tages bei einem gemeinsamen Bier im Konferenzraum des Hotels: Stühle zu einem Kreis zusammenrücken, Geschichten, Gedanken, Gespräche, viel Spaß, Kronkorkenzielwurf in den in der Mitte stehenden Pappkarton, ein Prost mit einem Kingfisher. Die Gruppe ist zusammengewachsen.

Plötzlicher Zwischenstopp. Express Toilettengang an einer Raststätte der Indian-Coffee-House-Gruppe. Die Hitze erschlägt uns. Wir müssen uns beeilen. Das Palakkad Fort schließt in 2 Stunden. Die Wegstrecke ist lang und der Verkehr teilweise zähfließend. Wir testen eine in Zuckerwasser eingelegte Süßigkeit. Fazit: sehr süß.

Wir gleiten weiter über die Autobahn. Ständig wechselt die Vegetation, bewaldete Bergregionen, Mischwald, kultivierte Flächen. Die freie Fahrt wird durch ständige Autobahnbaustellen zur Verbreiterung der Autobahn unterbrochen. Kurz nach 5 Uhr nachmittags erreichen wir Palakkad.

Das Palakkad Fort, auch als Tipu Sultan Fort bekannt, ist eine historische Festung in Kerala. Das Fort wurde von Hyder Ali aus Mysore im Jahr 1766 erbaut. Es liegt im Herzen von Palakkad. Die von der Archaeological Survey of India verwaltete Anlage diente als wichtiger militärischer Stützpunkt und wurde von den Briten 1790 übernommen und später modifiziert. Das Fort spielte eine Schlüsselrolle bei den Konflikten zwischen Mysore, den Briten und den Zamorins. 

Es handelt sich um eine Festung mit Granitmauern, umgeben von einem Wassergraben. Durch einem Gang zwischen den Festungsmauern gelangt man in den Innenhof mit Grünanlagen und vereinzelten alten, mächtigen Bäumen. Drei Erwachsene müssen - mit ausgebreiteten Armen - sich an den Händen halten, um die breiten Stämme zu umfassen. Leider verfallen die kasernenähnlichen, britisch-historischen Gebäude. Die Natur erobert sich ihr Gelände zurück. Einige Bäume haben sich ihren Platz in einigen Gebäuden erobert. Der Ort erinnert etwas an die sog. Lost Places.

Hier findet sich auch ein Hanuman-Tempel (Kota Ambalam). Hanuman-Tempel sind den hinduistischen Gottheiten Hanuman, dem Affengott und treuen Verehrer von Rama, gewidmet und in ganz Indien und darüber hinaus zu finden.

Wir beenden den Besuch mit einem Gruppenfoto an einem mächtigen Seitenast, der in einen weiteren breiten Stamm übergeht.

Um 18.15 Uhr geht unsere Tagestour auf seine letzte Etappe. Uns erwartet, an einem Samstag (!), ein Verkehrsaufkommen, wie zu Spitzenzeiten im Berufsverkehr von Mülheim nach Düsseldorf. Wenn der Verkehr es zulässt, erreichen wir - nach 44 Km Wegstrecke (!) - um 20.00 Uhr unser Hotel in Coimbatore. Auf dem Weg dorthin quälen wir uns durch den dichten Verkehr. Eine Ambulanz mit Blaulicht überholt uns mit Martinshorn und einer Horde von Zweikraftfahrern im Schlepptau. Die letzten Meter zum Hotel bewegen wir uns teilweise im Stop-and-Go-Modus. Was für ein Tag!

Coimbatore, unser nächstes Ziel, liegt im Bundesstaat Tamil Nadu. Tamil Nadu liegt im südlichsten Teil des Subkontinents und hat rund 72 Millionen Einwohner auf einer Fläche von 130.058 Quadratkilometern. Damit ist er gemessen an der Einwohnerzahl der siebtgrößte, der Fläche nach der zehntgrößte Bundesstaat Indiens.

Coimbatore ist eine bedeutende Stadt im Bundesstaat Tamil Nadu, bekannt als wichtiges Industriezentrum (Textil, Maschinenbau) mit starkem Wachstum. Coimbatore hat eine überwiegend hinduistischen Bevölkerung (ca. 83%) von über 1,6 Millionen. Es folgen Muslime (9%) und Christen (8%). Coimbatore gilt als einer der sichersten Städte Indiens. Tamil ist die Hauptsprache. Es liegt in einer hügeligen Region am Fuße der Nilgiri-Berge.

Um 20.05 Uhr erreichen wir unser Hotel. Ein ereignisreicher Tag geht zu Ende.
Auf Wiedersehen.

Wir freuen uns auf Sie. Bleiben Sie uns treu.

Hier ein paar Impressionen vom Tag:
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Tag 11 - 30.01.2026

Der letzte Abend war sehr ereignisreich. Nach der Ankunft im Hotel hatten wir einen Zimmerumzug, Stromausfälle im Minutentakt. Die Hälfte der Gruppe hat erstmal Lichtschalterroulette gespielt, nicht alle haben Strom gewonnen. Die Zimmer sind sehr individuell und unterschiedlich eingerichtet. Während Martin den Marmortempel erwischt hat, fühlen wir uns wie im Märchen bei 1001 Nacht. Der Badezimmerboden funkelt golden. Güldene Vorhänge verzieren das Zimmer. Aber den Hautgewinn hat Johnna mit ihrer Honeymoon Suite gezogen. Das Hotel spart bei der Ausstattung definitiv nicht an Farbe und glänzenden Materialien! Besonders amüsant fanden wir das Warnschild an der Zimmerscheibe:

"Beware of Animals - Monkeys may turn out" -- Frei übersetzt : "Achtung Tiere - Affen könnten auftauchen."
Wir wurden durch den fantastischen Ausblick vom Hotelrestaurant in die hügeligen, grünen Teeplantagen überrascht. Das Hotel liegt am Berghang auf 1600 Meter Höhe. Vom Speiseraum kann man durch geöffnete Fenster direkt in die traumhafte Natur schauen. Heute Morgen besuchte uns ein kleines Äffchen, das nur 1 Meter von Thomas Frühstückstisch entfernt auf dem Fenstersims saß.

Als erster Programmpunkt steht der Besuch einer Gewürzplantage - die größte in Kerala wie wir später erfahren werden - auf dem Plan. Nur 20 Minuten Busfahrt, juchu! Pater Bala nutzt die Zeit direkt für den Morgenimpuls.

Er nimmt Bezug auf die wunderschöne Natur, die uns nun umgibt: frische Luft, Vogelgezwitscher und die Teeplantagen.
- So wie der Teebaum Zeit zum Wachsen braucht, so geschieht auch Wachstum in uns nicht durch Eile, sondern durch Geduld. Auch Gott wirkt oft leise und unauffällig, aber tiefgreifend. Er ist der Gärtner unserer Herzen.

Zum Eingang der Gewürzplantage werden wir in einer kurzen aber halsbrecherischen Fahrt über eine sehr schmale, steile Straße mit Jeeps gebracht. Wir werden ordentlich durchgeschüttelt - Cranger Kirmes - wir haben Spaß!
Ein Guide führt uns durch die Plantage und erklärt uns die Pfanzen und deren medizinische Wirkung in der ayurvedischen Heilkunst. Einzelne Pfanzen scheinen Wunder vollbringen zu können. Die Mutter aller Heilpflanzen ist "Brahmi". Sie reduziert Stress, Hilft gegen Vergesslichkeit, Migräne, Epilepsie, Alzheimer, Parkinson, um nur einige ihrer Heilfähigkeitenzu nennen. Wir beschließen ganz einfach gesund zu bleiben. Adieu Brahmi!

Besonders gefallen hat uns auch die Wirkung der Nelke. "Jeden Tag, 5 Jahre lang eine Nelke abends kauen, dann braucht man keine Zähne mehr putzen, " sagt der Guide. Schallendes Gelächter. In letzter Konsequenz wird der Guide wohl recht haben.

Der Bus schaukelt uns zur Teeplantage über eine Bergstraße in Serpentinen hoch. Bei diesem Geschuckel lässt sich heute leider kein langer Bericht schreiben. Außerdem lenken uns die wunschönen Teeberge ab, wir müssen einfach rausschauen.

Die Straße führt uns durch Munnar, die Hauptstadt des Bezirkes zum Teemuseum. Zahlreiche bunte Verkaufstände und Geschäfte säumen unseren Weg. Es herrscht, wie immer das geordnete Chaos auf der Straße.
Im Teemuseum schauen wir uns einen 30 minütigen Film zum historischen Werdegang des Teeanbaus an.

Wir lernen, dass der grüne, weiße und schwarze Tee von einer Teepflanze stammen. Wobei die Pflanze eigentlich ein bis zu 10 Meter hoher Baum werden kann, wenn sie nicht zurückgeschnitten wird.

Ein Mitarbeiter erklärt uns die Herstellung von Tee. Vom Pflücken, erstem Trocknen (Welken) bei dem die Blätter an Feuchtigkeit verlieren, über das Rollen (zum Aufbrechen der Zellwände) bishin zur Fermentation und dem letzten Trocknungsvorgang. Jetzt wird der bereits fertige Tee nur noch gesiebt. Je größer die einzelnen Blätter sind, desto besser die Qualität. Diese Gegend ist besonders für ihren qualitativ hochwertigen grünen Tee berühmt.
Wir gehen durch das Teemuseum und dürfen die alten Produktionsmaschinen anschauen. Einige Maschinen werden extra für uns in Betrieb genommen.
Der Mitarbeiter des Teemuseums spricht feinstes "indisches Englisch" - die meisten von uns verstehen gar nix. Doch auch hier rettet unser Multifunktionstalent Bala die Situation und übersetzt uns das "Kerala-Englisch" in feinstes Deutsch.

Nach einem kurzen Rundgang in der Teeplantage geht's mit dem Bus zurück nach Munnar. Bala lässt uns von der Leine, Stadtbesichtigung auf eigene Faust. Er ruft uns noch lachend hinterher: "Falls ihr verloren geht, merkt euch Parakkat Hotel - das kennt hier jeder. Nur die zwei Wörter!"

Dann tauchen wir ein ins unbeschreibliche indische Gewimmel. Unser Ziel ist ein kleiner überdachter Markt. Hier wird alles verkauft: Gemüse, Obst, Gewürze, Fleisch, Fisch - Kleidung, Kochgeschirr, Elektrobedarf. Wir werden schnell fündig. Auf dem Weg zurück zum Bus, hat jeder eine Tüte in der Hand.

Es geht zurück zum Hotel. Eine kleine Gruppe von uns lässt sich auf Einladung des Hotels per Jeep zu einem nahegelegenen Freizeitpark bringen. Angesichts der zwar kurzen, aber extrem steilen Fahrstrecke, stellt sich der Transport im Jeep bereits als Teil des Abenteuers heraus und sorgt ordentlich für Stimmung. Unten angekommen, wagt sich Bala als erster auf das Fahrrad auf dem Drahtseil. Gemeinsam geht die Gruppe
noch über eine Drahtseilbrücke.

Am Hotel wieder vereinigt, nehmen wir alle zusammen an einerKochvorführung, unter freiem Himmel teil. Ein Hotelkoch bereitet für uns live das Gericht "Chicken Mappas" in einem Tontopf zu. Das Gericht ist ein traditionelles Kerala-Hühnercurry mit Kokosmilch. Wir dürfen alle kosten. Lecker! Das macht Hunger auf mehr. Zum Glück gibt es jetzt Abendessen. Da müssen wir schleunigst hin!

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Tag 10 - 29.01.2026:

Guten Morgen,

Googles KI versorgt mich mit dem heutigen indischen Spruch des Tages: “Es gibt nur zwei Tage im Jahr, an denen man nichts tun kann. Der eine ist Gestern, der andere Morgen.” Manche Routinen wiederholen sich jeden Tag oder in regelmäßigen Abständen. Busfahren durch Indien. Ich suche jeden Tag im Hotelzimmer nach dem Schalter für die richtige Lampe und den Stromstecker. Softwareupdates: Apple hat über Nacht ein Update für Pages - womit ich meine Berichte schreibe - veröffentlicht.
Was soll ich mit einer Premiumversion? Sind meine Internetrecherchen von gestern Abend noch da? Ob sich auch solche Fragen hinter einer solchen Weisheit verstecken? Um es kurz zu machen, ich klicke auf Einfach und simsalabim meine Recherchen sind noch da. In der Hotellobby erhalte ich die Info, wir sind im EM Handballfinale. Gestriger Sieg gehen Frankreich. Letzter Check des Zimmers vor der Abreise. Haben wir alles eingepackt? Ein paar Socken lagen noch herum und werden im Handgepäck verstaut. Im Bus werden Erlebnisse und Gedanken ausgetauscht. Auch dies sind Teile des heutigen Tages. Auch heute versorgen wir Sie mit Gedanken und Eindrücken zum Tag. Wir hoffen, dass unsere Berichte Ihnen treue Begleiter am Tag sind.

Nach Frühstück und Check-Out geht es heute von Kochi nach Munnar. S.B. begrüßt uns im Bus. Die Baustelle der Metro verstärkt den Berufsverkehr. Mühsam kommen wir voran. Pater Balas Impuls bereitet uns auf den Tag vor. Auch die zwei Lieder wurden uns zu treuen Begleitern. Das Raum- und Zeitgefühl ist einem verloren gegangen. Die Wegstrecken waren bisher lang und WLAN gibt es nur im Hotel. Die wenigsten von uns haben eine Flat für Indien. Wir schaukeln im Bus von Ziel zu Ziel. Vielleicht ist es gut so zu reisen und nicht mit Warp-Geschwindigeit sich von Scotty von einem Höhepunkt zum nächsten beamen zu lassen. Das wäre wahrscheinlich für jeden von uns der geistige Overload an Eindrücken. Daher macht das “sich Zeit nehmen” und das “Vertauen in Andere” - wie von Pater Bala empfohlen - schon Sinn.

Kochi (Cochin) ist eine wichtige Hafenstadt in Kerala. Sie wird auch "Königin des Arabischen Meeres" genannt und liegt direkt am Arabischen Meer. Sie ist historisches Zentrum des Gewürzhandels mit kolonialer Architektur (portugiesisch, niederländisch, britisch) und bekannt für die chinesischen Fischernetzen. Es ist warm mit tropischem Klima.

Unser erstes Ziel ist die Marienwallfahrtskirche in Vallarpadam, die Basilika “Our Lady of Ransom”. Sie ist eine bedeutende katholische Wallfahrtsstätte in Kerala. Sie ist ein nationales Heiligtum und bekannt für ihre historische Bedeutung, die Wunderheilungen und ihre Rolle als wichtiger Pilgerort für die katholische Bevölkerung Indiens. Sie wurde im 17. Jahrhundert durch portugiesische Missionare etabliert und zieht jährlich tausende von Gläubigen an. Wir ziehen die Schuhe aus. In der Kirche begegnet uns eine ruhige Andacht. Wir gehen zum Altar. Er ist mit einer bunt verzierten Altardecke bedeckt, Rechts und links rote Blumensträuße und im Hintergrund Darstellungen von Christus und Maria in blau, rot, grün und gold gehaltenen Farben. Mittelgroße Figuren von Jesus Christus sind in Vitrinen abgebildet. Wir singen “Magnificat” als Kanon. Es ist ein herrlicher Klang in der Kirche.

Weiterfahrt zum Fischmarkt von Kochi. Kurzer Boxenstopp von 20 Minuten. Es herrscht eine lebhafte Geschäftigkeit. Essen ist eine Frage der Einstellung. Rindfleisch, Schwein, Fisch, vegetarisch. Es herrscht ein geschäftiges Treiben in diesem historischen Ufermarkt. Es reiht sich ein Fischhändler an den nächsten. Eine reichhaltige Auslage an frisch gefischten Fischsorten und Meeresfrüchten wird in Eis zum Verkauf angeboten. Kochi liegt direkt am Arabischen Meer. Die Fische werden vor unseren Augen direkt zerlegt.

Es ist schwül-warm, hupen, Gewimmel und Verkehrschaos. In Deutschland hat es wieder geschneit. Verkehrschaos infolge von Schnee in Deutschland. Was für ein Kontrast und doch so vertraut.

Beim Einsteigen liegt eine komplette frische Bananenstaude in einem Korb neben dem Fahrer. Wir freuen uns auf die Erfrischung. Die kleinen Bananen schmecken köstlich.

Nun folgen die Chinesischen Fischernetze. Wir gehen an der Uferpromenade von Kochi entlang. Ein Netz reiht sich an das nächste. Vereinzelt sitzt ein Fischer in der Mitte seines Netzes. Wir gehen an einer kleinen Kirche und Schule vorbei, wo die Kinder gemeinsam um die Wette laufen. Auf der Meerenge vor uns fahren Fährschiffe - die die verschiedenen Uferseiten von Kochi verbinden -, Frachter und moderne Flusskreuzfahrtschiffe.
Die Chinesischen Fischernetze (Cheena Vala) in Fort Kochi sind historische, vom Ufer betriebene Hebenetze, die im 14. Jahrhundert durch Zheng He aus Südchina eingeführt wurden. Diese 10 Meter hohen Holzkonstruktionen nutzen ein Auslegerprinzip, um Netze ins Meer zu senken und fangen Fische/Garnelen durch ein Team von Fischern. Die Netze sind an großen Teak- und Bambuspfählen befestigt und werden durch Gegengewichte (schwere Steine) bewegt.

Unser nächstes Ziel ist die St. Georgs-Wallfahrtkirche. Im Bus ist es angenehm kühl. Es ist ein Mercedes-Bus. Rechts und links gleiten Werbebanner an uns vorbei. Manchmal werden die neuesten indischen Kinoproduktionen beworben. Große prominente lokale Schauspieler blicken auf uns herab. Ministerpräsident Modi wirbt für die angestrebten Regierungsziele und das bisher Erreichte. Plötzlich erscheint ein Weihnachtsmann und wirbt für den Verkauf von Weihnachtsdeko. In der Mitte eines Verkehrsplatz steht eine goldene Gandhi-Figur. Hier fährt der überwiegende Teil der Zweikraftfahrer mit Helm. Manches erinnert an zu Hause, vieles ist anders, doch einiges ist gleich. Durch das Freihandelsabkommen zwischen Europa und Indien kommen sich Kulturen näher. Eine Chance für beide Seiten.

Weiter geht es. Die St. Georgs-Wallfahrtkirche (St. George's Forane Church) in Edappally, ist eine der ältesten katholischen Kirchen Keralas, gegründet um 593 n. Chr. Es ist Asiens größtes Heiligtum des Heiligen Georg mit etwa 5 Millionen Besuchern jährlich und eine bedeutende Wallfahrtsstätte mit historischer Bedeutung. Sie war ursprünglich der Jungfrau Maria geweiht und ist heute ein wichtiges Zentrum des Glaubens. Es ist ein Ort mit drei Kirchen. Rechts die Gündungskirche - eine Art Kapellenbau -, in der Mitte eine größere Kirche mit großem Kreuz auf dem Kirchbau und reich verziertem und ausgestattetem Innenraum. Diese wurde im Jahr 1080 errichtet. Links, der in 2014 erbaute große Kirchenbau. Wir gelangen über einen Vorplatz und einem Aufgang zu der weißen großen Wallfahrtskirche und staunen über die Pracht im Inneren und außerhalb der Kirche. Es ist ein halbrunder Bau mit Kuppeldach. Vor dem Altar, den man über eine goldene Treppe erreicht, reihen sich mehrere Kirchenbankreihen. Der Altar ist mit in Gold gehaltenem Abendmahl verziert. Dahinter erhebt sich eine große Jesusstatue. Sie empfängt uns mit offenen Armen. Jesus trägt ein schlichtes weißes Tuch und ein rotes Tuch ist über den rechten Arm geschwungen. Eingerahmt wird Jesus von goldenen Sonnenstrahlen. Rechts und links säumen Engel in Stoffbildern und große äußere Holzbilder die Darstellung. Links Jesus beim letzten Abendmahl und rechts die Taufe Jesu durch Johannes den Täufer. Eine Holzgalerie umrundet den Innenraum. Verschiedene, in Holz eingefasste, ikonengleiche, farbige Holzbilder zeigen die Auferstehung Christi. Vier dicke in gold eingefasste Säulen tragen die Empore. Wir verabschieden uns mit einem Gruppenfoto und mit “Meine Hoffnung und meine Freude” und “Magnificat”. Der Akustik ist wunderbar.

Wir machen uns auf den Weg zur Kautschukplantage. Zunächst fahren wir an Palmen, Obstplantagen und -gärten vorbei. Zwischendurch Dörfer und kleinere Städte. Die Häuser und Villen sind gut erhalten. Es ist relativ sauber. Kaum Abfall am Seitenrand der Straßen. Eigentlich ist der Besuch einer Kautschukfarm geplant. Da wir Nachmittags erst ankommen, können wir nur von außen vom Bus aus Bilder von der Plantage schießen. Die Plantage hat nachmittags geschlossen. Wir fahren weiter. Manches klappt halt nicht. S.B. versucht sein Bestes und zeigt uns eine Plantage mit Gummibäumen und Ananaspflanzen. Indien ist ein wichtiger Akteur im weltweiten Kautschukmarkt und ist drittgrößter Produzent weltweit. Die Produktion wird vor allem durch Kleinbauern getragen und ist entscheidend für die lokale Wirtschaft.

Zwischenstop im Nirvana. Halt an einem kleinen Supermarkt. Moderner, nüchterner Shop mit up-to-date Angebotsware. Toilettenpause und Snackkauf für die restliche Busfahrt von 3 Stunden. Manche von uns greifen zu. Weiterfahrt um 15.38 Uhr. Es wird bergig und wir fahren in Serpentinen die Berge hoch und runter. Wir nehmen eine andere Strecke nach Munnar, da dort Bauarbeiten stattfinden. Diese Passage ist derzeit für Busse unpassierbar. Unsere Strecke ist eine Abfolge von enge Straßen, Brücken, Kurven und Baustellen, die sich die Westghats (Gebirge) hinaufschlängelt. Die Strecke wird für den anstehenden Monsun vorbereitet. Stellen Sie sich folgendes vor: Sie reisen mit einem vollbesetzten normalen Reisebuss das Timmelsjoch hoch, incl. rechten und linken Baustellen, einem Gewimmel von Baustellenfahrzeugen, größeren Schlaglöchern auf der Staße und laufendem Gegenverkehr. Teilweise ist es für den Fahrer eine Millimeterarbeit. Alles klar? Augen zu und durch. Zwischendurch ein Wasserfall. Footoshooting. Wir erreichen unser Hotel in Munnar um 18.00 Uhr. Ein kurzer Abstieg zu Fuß und wir haben unser Hotel erreicht. Wir werden mit einer Blumenkette, einer Rose, einem Saft und einem Punkt vom Hotelpersonal des Parakkat Nature freundlich empfangen. Unser Gepäck kommt per Jeep zum Hotel.

Munnar ist ein beliebter Bergkurort in Kerala, bekannt für seine weiten Teeplantagen, nebelverhangenen Hügel und kühle Luft in den Westghats. Munnar liegt auf etwa 1500-1600 Metern Höhe. Hier fließen drei Flüssen (Muthirappuzha, Nallathanni, Kundaly) zusammen. Es war eine britische Kolonialresidenz, heute ein Touristenziel für Natur, Tee- und Gewürzplantagen, Wandern und Erkundungen.

Hier ein paar Impressionen vom Tag:
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Tag 9 - 28.01.2026:

Ein herzliches "Namaste"an alle Leser! Weil's so schön war, hier noch ein paar ergänzende Infos zum gestrigen Nachmittag und Abend. Nach der frühen Ankunft im Hotel hatten wir noch Zeit, uns eine ayurvedische Behandlung zu gönnen. Insbesondere die Frauen nahmen das Ayurveda-Angebot gerne an. Die Regel lautete: Frauen werden ausschließlich von Frauen und Männer von Männern behandelt. Leider war die Nachfrage etwas größer als das Angebot. Weil nur ein indischer Mann Behandlungen durchführte, sind insbesondere einige unserer Männer "leer ausgegangen". Die Enttäuschung währte aber nicht lange. Kurz darauf saßen besagte Herren auf der Dachterasse des Hotels- jeder einen Mojito in der Hand, Blick aufs Meer und den beginnenden Sonnenuntergang.

Noch Fragen?.....
Es dauerte nicht lange bis auch der Rest der Gruppe dieses traumhafte Plätzchen entdeckt hatte: Stühle und Tische wurden zugestellt und weitere Cocktails geordert: perfekte Stimmung - wieder ein Moment zum Einfrieren- nicht nur mit den Handys!
Beim Abendessen im Hotel gibt es u.a. Kartoffel-Lauchsuppe und Buttergemüse....sie haben sich hier ganz offensichtlich auf "deutsche Reisegruppe" eingestellt. Nur das Kaffeeangebot ist für unseren Geschmack noch ausbaufähig. Man kann zwischen Pulverkaffee aus einem oder alternativ zwei Päckchen wählen. Beim Frühstück gibt es sogar Milch dazu- im Restaurant allerdings Fehlanzeige!
Erwähnenswert noch die Aufzugmusik im Hotel "Guten Abend, Gute Nacht" leiert es in Dauerschleife. Läuft das hier immer oder ist das vielleicht wieder ein Special nur für uns? Wir wissen es nicht.
Heute morgen macht der Hotelmanager in der Lobby noch schnell ein Abschiedsvideo von der Gruppe - Pater Bala bedankt sich auf englisch beim Hotelpersonal für die hervorragende Bewirtung und Umsorgung der Gruppe.
Bei Abfahrt steht die versammelte Hotelmannschaft an der Tür und winkt uns hinterher. Wahnsinn, diese Gastfreundschaft- so etwas kennen wir aus Deutschland nicht!

Heute haben wir wieder volles Programm. Zuerst geht es mit dem Bus raus aus der Stadt. Unser neuer Reiseführer stellt sich vor : Ich heiße S.B.(Esbi), bin 27 Jahre alt und -verschmitzter Blick - " unverheirat". Schallendes Gelächter. Er ist von Nordindien mit dem Flieger für uns angereist und erst heute morgen um 5.00 Uhr Uhr ohne eine Minute Schlaf angekommen. Der Arme.

Pater Bala geht in dem Morgenimpuls auf die Inseln der Ruhe des gestrigen Strandtages ein. Jeder von uns erlebt die Reise auf seine eigene Weise. Wichtig ist es, ein offenes Herz zu haben und die kostbaren Momente dankbar zu genießen.

Wir fahren zu den für unsere Gruppe gemieteten Tuk Tuks und starten je 3 von uns in einem Gefährt unsere Fahrt. Wir rauschen durch kleine Wege mit üppiger Vegetation. Viel angenehmere Umgebung als in der Stadt.
Unterwegs besuchen wir eine für die Gegend typische katholische Dorfkirche. Es fallen die knallbunt gestalteten Apostel und Heiligenbilder auf. Die Schutzpatronin ist die Hl. Theresa von Liseux. Es gibt in Kerala gibt es drei verschiedene Riten( Glaubensrichtungen) der katholischen Kirche, die aber alle der römischen katholischen Kirche angehören bzw. das päpstliche Amt akzeptieren. Diese Gemeinde gehört zu den Thomaschristen. Sie umfasst ca. 250 Familien. Die Kinder erhalten Religionsunterricht in der gegenüberliegenden Sonntagsschule bis zur 10. Klasse. Um heiraten zu dürfen, benötigt man einen Nachweis, dass man den Unterricht bis zur 10. Klasse absolviert hat. Bevor wir die Kirche verlassen, singen wir noch zwei Lieder.

Im Anschluss gehts weiter mit dem  Tuk Tuk. Nächster Halt: Besichtigung eines staatlichen Kindergartens. Er liegt im wahrsten Sinne des Wortes mitten in einem Garten bzw. umgeben von natürlicher Vegetation und vielen Anpflanzungen. Es gibt Papaya-, Jackfruit- und Mangobäume. Außerdem Tomaten, Kürbisse und Kokospalmen.
Die Kinder begrüßen uns zunächst schüchtern, tauen dann aber auf. Es wird getanzt und gelacht.
Der Raum ist so klein, dass wir nicht alle hineinpassen. Einige von uns schauen durch die Fenster hinein. Diskussionen innerhalb der Gruppe, ob wir hier nicht vielleicht als "Touristenhorde" in einen zu privaten Bereich eindringen. Die kleinen Kinder verabschieden uns im Chor mit einem kräftigen "Good Bye".

In der Nähe des Kindergartens besuchen wir noch eine private Weberei. Eine Frau dreht zwischen ihren Händen aus den getrockneten Fasern der Kokosnuss ein Seil. Es ist bombenfest, wir versuchen es ebenfalls. Unser Seil fällt leider auseinander. Die Arbeiterin lacht. Nebenan werden auf ein paar Webstühlen größere Mengen der Fasern zu Kokosmatten verwebt. Man erklärt uns, dass jeder Teil des Kokosbaumes verwertet werden kann.
Danach noch eine kleine Demonstration, wie die Nüsse in schwindelerregender Höhe geerntet werden. Ein junger Inder legt ein eigens dafür konzipiertes Klettergeschirr mit Hand- und Fußrasten um den Baum und wandert damit affengleich den Stamm hinauf- unglaublich! Er wirft ein paar Nüsse herunter - wir gehen vorsichtshalber mal in Deckung. Er öffnet eine Nuss für uns und wir dürfen das Kokoswasser kosten.

Die Zeit drängt und Bala auch: "Kommt Mädels" . Wir sortieren uns wieder in die Tuk Tuks und fahren zum Bus zurück. Wir müssen uns beeilen, unser Hausboot in den Backwaters wartet schon.

Die Kerala Backwaters bei Alleppey sind ein weitläufiges Netzwerk aus Flüssen, Seen, Kanälen, Lagunen und Wasserläufen. Hier treffen Süß-und Meerwasser zusammen. Das Gewässernetz umfasst 1500km Kanäle, 29 Seen und 44 Flüsse.

Als wir vor unserem Boot stehen staunen wir nicht schlecht. Es handelt sich um ein zweitöckiges, überdachtes und mit Klimaanlage versehenenes Hausboot. So hatten sich die meisten von uns das nicht vorgestellt. Draußen in der Sonne auf Deck sitzen: Fehlanzeige. Drinnen blinken LED Lampen unter der Decke, die 1 Meter hohe JBLBox wird angeschlossen und spielt indische Musik. Zum Glück gibt es noch einen 1 Meter breiten "Auslauf" mit Geländer an der Vorderseite des Bootes. Hier tummeln wir uns und schießen unsere Fotos. Die Natur ist grandios. Heute sind zahlreiche Hausboote auf dem Gewässer unterwegs. Alle werden touristisch genutzt, erklärt uns der Reiseleiter auf Nachfrage. Die Reisfelder neben dem Gewächser liegen teilweise bis zu 8 Meter unter dem Meeresspiegel. Ein Hausboot mit einer Gruppe junger Inder fährt an uns vorbei- sie tanzen ausgelassenauf dem Deck und motivieren uns, es ihnen gleich zu tun. Internationale Völkerverständigung funktioniert auch ohne Sprache!

Die Bootscrew hat für uns gekocht. Das Essen übertrifft unsere Erwartungen. Ein Buffet aus 10 großen Töpfen mit verschiedenen indischen Köstlichkeiten wird für uns aufgebaut. Es gibt Reis aus Kerala, Hähnchen, Fisch und verschiedene Gemüsegerichte. Hmmmmm.
Zum Durstlöschen wird wieder Kingfisher Bier verteilt- Flaschengröße 650 ml- ob uns wohl unser Ruf als Biertrinkernation vorauseilt? Die Zeit vergeht bei kurzweiligen Gesprächen schneller als gedacht.

Nach unserer vierstündigen Tour legen wir wieder an und setzen unsere Reise mit dem Bus fort. Nächster Haltepunkt ist die St. Sebastian Kathedrale in Arthunkal. Es ist
die größte Wallfahrtskirche in der Gegend. Vor der Kirche ein riesiger Parkplatz voller Autos, TukTuks und auch Bussen. Ein Kleinbus mit Ordensschwestern reist gerade an. Um die Kirche herum Kirmesstimmung. Zahlreiche Verkaufsbuden sind aufgebaut. Lichterketten leuchten in bunten Farben. Was ist hier los?
In der Kirche findet ein Gottesdienst statt. Menschen gehen im hinteren Teil der Kirche ein und aus. Es herrscht reges Treiben während vorne andächtig zelebriert wird. Hinter einer Absperrung steht ein großer Opferstock. Eine Riesenschlange von Gläubigen zieht dort vorbei. Einige geben Kerzen, Goldkettchen und auch Kekspackungen als Opfergabe ab. Ein Mann nimmt sie entgegen und legt jedem, der vorbeizieht ein kleines weißes Bällchen und einige Reiskörner in die geöffnete Hand.
Der Gottesdienst wird über Riesenlautsprecher bis nach draußen hörbar übertragen. Vor der Tür laufen bettelnde Kinder gezielt auf uns Touristen zu und zupfen an unseren Ärmeln. Ein Junge hält sein zerzaustes Geschwisterchen an der Hand. Es läuft mit nacktem Popo durch die Gegend- der Anblick lässt keinen von uns kalt. Oft werden die Kinder von den Eltern zum Betteln geschickt. Aber auch hier in Indien gibt es Waisenhäuser - es muss kein Kind aus Hunger betteln!
Pater Bala erklärt uns später, dass wir das Ende und damit den Höhepunkt des zweiwöchigen Patronatsfestes von St. Sebatian erlebt haben. Die weißen Bällchen sind eine Süßigkeit im Austausch für die Opfergaben der Gläubigen. Im Bus erfahren wir noch die Gründungsgeschichte der Kirche im Jahr 1647.

Der Tag neigt sich nun dem Ende entgegen und uns steht noch eine 90 minütige Rückfahrt bevor.

Danach schnell noch essen, duschen und schlafen. Morgen berichten wir weiter- ausgeruht und mit sauberen Ohren! Namaste!

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Tag 8 - 27.01.2026:
Ein Hallo aus Indien. Es ist schön Sie wieder begrüßen zu dürfen.

Die letzten Tage waren anstrengend. Gestern kamen wir spät an, wir waren alle platt.

Heute fahren wir von Kochi nach Alleppey. Abfahrt um 09.00 Uhr. Es schneit in Deutschland und dort ist es kalt. Es wurde für uns ein Tag der Entspannung.

Nach einem kontinentalen Frühstück werden wir von einer Trommlergruppe, bestehend aus fünf männlichen Trommlern in traditionellen Gewändern, kurz vor Abfahrt mit einem Trommelspiel nach Kerala-Art vor dem Hotel verabschiedet. Das Trommelspiel bezieht sich oft auf die rhythmischen Begleitungen bei traditionellen Tanzformen wie Kathaki, wo Trommeln wie die Mizhavu eine große Rolle spielen, oder als Teil von Empfängen, die die lokale Kultur mit Schlaginstrumenten zelebrieren.

Pater Bala gibt auf der Busfahrt nach Alleppey einige Infos zu Kerala. Hier spricht man Malayalam. Einspurige Straßen, Dorfstruktur, größter christlicher Bevölkerungsanteil in Indien. Die heiligen Thomas, Georg, Michael, Tadeus, Sebastinus werden hier sehr verehrt. Einige katholische Kirchen säumen unseren Weg. Die Luft ist anders. Das Arabisch Meer ist nicht weit. Es ist tropisch, sonnig und warm. Der Monsun regelt hier den Lebensrhythmus. Das richtige Klima für Bananen und Ananas. In Kerala isst man gerne Rindfleisch, Fisch und das Gericht Manioc (mit und ohne Fleisch). Kongress- und kommunistische Partei sind hier die politischen Hauptströhmungen. Derzeit regieren die Kommunisten. Aus dieser Region kommen viele indische Pflegekräfte, um auch in Deutschland zu arbeiten.

Pater Balas Impuls - eingebettet durch die Lieder “Eingeladen zum Fest des Glaubens” und “Gott gab uns Atem, damit wir leben” - beschäftigt sich mit dem gestrigen Tag, der Gastfreundschaft als Lebenseinstellung, dem Füreinander. Man kommt ins Grübeln.

Indien ist ein großes Land, das sich über etwa 29 Breiten- und 30 Längengrade auf der Nordhalbkugel erstreckt. Die Menschen sprechen verschiedene Sprachen und gehören verschiedenen Religionen und Sekten an. IT-Generation und traditionelle Lebensweise ergänzen sich. Die Menschen sind gastfreundlich, zuvorkommend und ruhig. Chaotischer Verkehr. Jeder kann sein Leben selbst gestalten und es - so würden wir es sagen - zu etwas bringen. Beeindruckend ist, wie der Glaube und der Wille - im wahrsten Sinne des Wortes - Berge versetzt. Moderne, boomende Infrastruktur, Bildung für alle gepaart mit Gastfreundschaft, bringen dieses Land voran.

Die Busfahrt erfolgt zügig und ohne große Unterbrechungen. Keine Rush Hour, trotz einspuriger Fahrbahn und dem Bau einer Autobahn, direkt daneben. Toni unser Fahrer, und Vimal - der Helfer - sind jetzt unsere Begleiter auf der restlichen Reise. Wir werden wieder gut versorgt und sicher gefahren. Bananen-Chips schmecken wie Kartoffel-Chips. Der Autobahnbau erfolgt wie in Deutschland: gleicher Baustellenverkehr und gleiche Baumaschinen. Die Autobahnen haben überwiegend keine Fahrbahnmarkierungen, der Verkehr regelt sich von selbst. Die Fahrzeuge fahren in einem wilden Durcheinander mehrspurig. Der Richtungswechsel erfolgt unterschiedlich: eigene Spur zur Ausfahrt oder Drehen auf oder Fahren über die Fahrspur der anderen Fahrbahnseite. Hupen inbegriffen. Wir erfahren etwas über die indischen Kfz-Nummernschilder. Gelbe Kennzeichen stehen für Mietfahrzeuge und die ersten beiden Buchstaben für das Bundesland. Inder fragen sich in Holland, ob jedes Fahrzeug vermietet ist.

Wir erreichen den Strand - Marari-Beach - am Arabischen Meer im Indischen Ozean. 3 Stunden Entspannung am Strand. Die Häuser sind zumeist mit Spitzdächern und Ziegeln gebaut, um dem Monsunregen zu trotzen. Durch Palmen gelangt man zum kilometerlangen feinen Sandstrand. Das turkisfarbene Meer brandet uns mit einer starken Brandung und Gischt entgegen. Wir gelangen zu unseren reservierten bunten Sonnenschirme und Strandstühle. Unter Sonnenschirmen und im warmen Meer lässt es sich aushalten. Auf dem Meer kreist ein Schwarm Seemöven. Unter ihnen ein einzelner Fischer in seinem kleinen Boot. Rechts von uns stehen indische Schwäne aufgereiht in der Brandung und kreischen um die Wette. Kein Frachter oder Kreuzfahrtschiff am Horizont. Die Sonne knallt gnadenlos bei 32 Grad auf uns herab. Gefühlter Hochsommer in Indien. Die Brandung ist mächtig und reist einige von uns von den Beinen. Bei uns würde die rote Fahne flattern. Das Meer ist stark salzig. Der Strand ist fast menschenleer, ein paar Inder und wir. Pater Bala - in Kappe, T-Shirt und Military-Short gekleidet - betrachtet das Meer. Einzelne Gespräche mit ihm. Manche genießen sich im Wasser treiben zu lassen, einige die Brandung mit ihrer Gischt. Es ist herrlich im Wasser, auf und ab und zwischen den Wellen. Der Rest verbringt die Zeit unter dem Schirm oder betrachtet das Schauspiel der Gruppe mit den Füßen und Beinen im Wasser. Ein Hund gesellt sich zu uns. Er hält sein Mittagsschläfchen hinter unseren Stühle. Wittert er Amadeus unseren Rauhaardackel? Howard Carpendales Song “Deine Spuren im Sand” geht mir durch den Kopf. Was für ein Erlebnis, hier am Marari-Beach! Wenn Sie Sommerurlaub mit Familie ohne Stress und Überfüllung von Stränden erleben wollen, dann ist Kerala eine empfehlenswerte Adresse.

Meine Gedanken schweifen ab zur Pressearbeit. Wir sind ein Team von fünf Personen: Bettina, Susanne, Arndt, Pater Bala, Michael und ich (Markus). Wir haben uns kurz am Flughafen in Düsseldorf abgesprochen und eine WhatsApp-Gruppe eingerichtet. Bettina, Susanne und ich schreiben abwechselnd die Berichte, Arndt ist unser Fotograf und Michael unser Anker in Mülheim. Die Bericht schreiben wir mittels Handy während der Busfahrten, Flüge oder Pausen. Die Autokorrektur ist manchmal ein Fluch. Bilder werden während der ganzen Tour geschossen. Pater Bala macht einen letzten Check. Artikel und Bilder schicken wir per WhatsApp an Michael und er veröffentlicht diese auf der Home Page der Pfarrei. Bis gestern hatten wir 2.350 Klicks. Hierfür möchten wir uns recht herzlich bei Ihnen bedanken.

Um 15.00 Uhr heißt es Abschied nehmen. Weiter gehts mit einer Mahlzeit im Bus. Omlett, Fladenbrot (Parotta) und ein kühles, großes Bier von Kingfisher. Echt lecker, nach so einem Strandtag.

Wir kommen in Allepey an. Alleppey (offiziell Alappuzha) - auch als Vendig des Ostens bekannt - liegt direkt am Meer, durchzogen von malerischen Kanälen und Lagunen. Es ist berühmt für seine Backwaters, Hausbootfahrten und das jährliche Schlangenbootrennen. Wir fahren an der Kathedrale vorbei. Den Weg zum Hotel säumt rechts und links eine unendliche Aneinanderreihung von Händlern und Verkaufsständen. Wir werden mit Blumen, einem roten Punkt auf der Stirn und einem Glas Marakuja-Saft im Hotel empfangen. Der Nachmittag und Abend stehen zur freien Verfügung: Strand, Ayurvedaanwendungen, Pool, Shopping, Sightseeing, etc.

Hier ein paar Impressionen vom Tag:
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Tag 7 - 26.01.2026:

7. Tag

Gestern sind wir alle spät ins Bett gekommen. Der Flug von Delhi nach Hyderabad steckt uns noch etwas in den Knochen. Der eine oder andere schwächelt wegen Schlafmangels. Das Abendessen nach unserer Ankunft im Hotel um 22.30h ist deutlich üppiger als geplant ausgefallen. Das Hotel hat für uns trotz der späten Uhrzeit noch ein riesiges Buffet mit vielen kalten und warmen landestypischen Speisen bereitgehalten. Bei den meisten von uns ist es nicht bei einem Häppchen geblieben. Während des Abendessens war die Überraschung und Freude groß, als plötzlich Pater Balas Bruder Mani, seine Schwägerin Vani und der kleine Neffe Vinaan im Hotel auftauchten. Bala stellte uns seine Familie vor.


Nach einem wieder mal großartigen Frühstück starten wir mit unserem '"neuen" Bus und Busfahrer zunächst Richtung Hyderabad. Das Wetter ist hier im Süden viel wärmer als im Norden - es werden 30 Grad erwartet. Der Busfahrer hat die Klimaanlage auf Gefrierschranktemperatur eingestellt. Wir versuchen die Kaltluft in der Gepäckablage mit unseren Jacken zurückzubasteln -typisch deutsch!

Heute werden wir Pater Balas Mutter Maria in seinem Heimatdorf besuchen.
Pater Bala wechselt den Job vom Geistlichen zum Reiseführer. Wir bekommen Informationen zu Hyderabad.

Hyderabad liegt im Süden des Subkontinentes Indien und hat eine alte 500 Jahre alte historische Entstehungsgeschichte. Die Stadt unterscheidet sich sehr von Delhi. Sie ist muslimisch geprägt, hier wird Urdu - die Sprache der Muslime und Telugu - Pater Balas Muttersprache gesprochen. Hyderabad ist in den vergangenen Jahren rasant gewachsen und hat sich zur Tech Metropole "Cybercity" mit weltweiten Geschäftsbeziehungen entwickelt. Am Rande der Stadt wurde ein komplett neuer Flughafen hochgezogen, der international gut vernetzt ist. In der Metropole wohnen 11 Millionen Menschen, vorwiegend junge Leute. Die Infrastruktur wird permanent ausgebaut. Wir fahren an Betonpfeilern für künftige Metrostrecken vorbei. Schon jetzt sorgen eine überirdische Metro, Hochstraßen und ein großer Aussenring für einen funktionierenden Verkehrsfluss.


Heute ist der 26.1. - Indiens Nationalfeiertag. Weil die Straßen später gesperrt werden, sind wir früh unterwegs. Wir fahren an einem mit Nationalflaggen geschmückten Stadion vorbei, in dem später Militär- und Polizeiparaden stattfinden werden. Die ersten Besucher sitzen bereits auf den Tribünen. Die Schüler treffen sich heute am Morgen, trotz unterrichtsfrei in den Schulen, um den Tag feierlich zu begehen.

Pater Bala macht uns während der Fahrt auf die große Kirche des Heiligen Antonius aufmerksam. In dieser finden jeden Tag vier Messen statt, die alle gut besucht werden. Jeden Dienstag wird von morgens bis abends Brot an Bedürftige verteilt.
Im heutigen Morgenimpuls geht Pater Bala darauf ein, dass Jesus für uns Christen ebenfalls "Brot" ist. Außerdem spricht er über das Thema "Heimat". Heimat ist nicht nur der Ort, wo wir herkommen - Heimat ist da, wo wir als Menschen angenommen werden, wo wir teilen und lieben.

Wir verlassen die Stadt und sehen die ersten Reisfelder. In Südindien wird Reis angebaut. Es ist die zweite Ernte, die kleinen Pflanzen müssen noch drei Monate wachsen, bevor der Reis geerntet werden kann.

Wir halten kurz am Eingangstor der "Divaya Bala Vidyalayam High School" an. Ein indischer Priester hat die Schule gegründet, das Schulgelände und der Schulbesuch der Kinder wird über deutsche Spendengelder finanziert. Auch Pater Bala wurde hier ein paar Jahre durch den Priester in der Schulbildung unterstützt.

Kurz darauf erreichen wir unser Ziel. Balas Dorf liegt inmitten von Reisfeldern. Kleine Wege durchziehen das Dörfchen, hier wohnen ca. 65 Familien. Die Bewohner stehen freundlich in den Gärten, begrüßen uns und laden uns in ihre bescheidenen Häuser ein. "Namaste"!
Balas Mutter strahlt über das ganze Gesicht, als wir kommen. Sie hat Chai-Tee gekocht. Wir versammeln uns auf der schattigen Terasse vor dem Haus und es gibt eine kleine Stärkung. Wir dürfen uns das kleine Haus anschauen, das aus zwei Zimmern und einer von außen zugänglichen kleinen Küche besteht. Eine Außentreppe führt auf das Dach. Von der Dachterrasse aus hat man einen weiten Blick über die grünen Reisfelder.
Plötzlich steht Theresa in einem gelbgrünen Sari vor uns. Traumhaft schön. Auch Susanne und Monika lassen sich von Maria die Wickeltechnik zeigen und erstrahlen kurz darauf in farbenfrohen Saris. Das Fotoshooting kann beginnen.

Im Anschluss an den Besuch machen wir gemeinsam mit Bala einen Rundgang durch das Dörfchen. Bei einer kleinen Kirche machen wir Halt. Bala erklärt uns, dass er hier seine Primiz gefeiert hat. Außer ihm sind 8 weitere Männer aus dem Dorf Priester geworden und 3 Frauen Nonnen. In der Kirche begrüßt uns der Priester der Pfarrei herzlich. Er betet für uns und unsere Familien und bittet um unser Gebet für die Weiterentwicklung seiner Gemeinde. Zum Abschluss singen wir das Taizelied "Meine Hoffnung und meine Freude" ...mehrstimmig....wirklich schön: man könnte meinen, dass wir als Chor unterwegs sind.
Vor der Kirche nehmen wir noch an einer kurzen Zeremonie zur Grundsteinlegung eines künftigen Pfarr-und Gästehauses teil. Eine Kokosnuss wird auf einer scharfen Steinkante zerschlagen, die Milch fließt heraus. Milch von verdorbenen Kokosnüssen bringt besonders viel Glück. "Unsere" Kokosnuss ist sauer. Gut so!

Die folgenden Stunden werden für uns alle unvergesslich. Wir fahren mit dem Bus zurück nach Hyderabad und werden dort von Pater Balas Bruder und seiner Familie herzlich empfangen. Mit dem Aufzug geht es in den 4. Stock, Schuhe werden ausgezogen. Mehr als 30 Paar zieren nun den Flur. Pater Balas Neffe Viaan spielt uns zur Begrüßung auf dem E-Piano zwei Stücke vor. Wir sind entzückt. Das Wohnzimmer ist sicher nicht für 40 Personen vorgesehen, aber wir passen rein! Nach indischer Art werden uns üppige Yasminblütenketten umgelegt, dazu für jeden einen wunderschönen, bunten Schal. Außerdem erhält jeder von uns noch eine Tasse mit aktuellem Gruppenbild vom Taj Mahal, wir sind überwältigt und auch etwas beschämt von soviel Großzügigkeit und Gastfreundschaft. Doch damit nicht genug: Die Gastgeber bitten uns auf die Dachterasse des Hauses. Hier haben sie für uns Tische eingedeckt. Wir werden mit Getränken und einem selbst zubereiteten köstlichen Essen bewirtet. Jedem von uns ist klar, dass wir einen absoluten Glücksmoment auf dem Dach des Hauses in Hyderabad erleben dürfen.

Zum Abschied wird schnell noch ein Gruppenbild auf dem Dach gemacht, bevor uns der Busfahrer in halsbrecherischem Tempo zum Flughafen bringt.

Heute Abend fliegen wir ganz in den Süden, nach Cochin. Und morgen werden wir von unseren Abenteuern weiter berichten.
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Tag 6 - 25.01.2026:

Hier die Kurzfassung für die Eiligen: Frühstück, Fahrt Richtung Delhi, Freiheitskämpfer, Lotustempel, Akshardham-Tempel, Flug, Abendessen. Die Lesezeit betrug max. 30 Sekunden. Respekt: Sie rauschen effizient durchs deutsche Leben.

Nunmehr der spannende Teil. Tauchen Sie ein in die indische Kultur, nehmen Sie sich Zeit. Dave unser Reiseleiter würde ganz entspannt sagen: Bitte ein langes Om.


Nach einem ausgiebigen Frühstück und meinem geliebten Aufschnitt - für mich eine freudige Überraschung und der Erkenntnis, dass man doch an gewissen Dingen hängt - geht es gespannt vom Hotel nach Delhi/Neu-Delhi-Zentrum. Wir starten mit einem Gruppenfoto im Hotel.

Auf dem Weg in die Innenstadt singen wir zwei Liederm. Bala’s Impuls und das Gebet nehmen Bezug auf unseren gestrigen Besuch am Grabmahl von Mahatma Gandhi, dem Sikh-Tempel, die heutigen Höhepunkte und die spirituellen Gedanken zu Gandhis Offenheit und dem gewaltlosen Kampf für Freiheit. Auf dem Weg dorthin ist es relativ ruhig mit vereinzeltem Hupen. Wir kommen fast ohne Stau an unser Ziel. Es ist Sonntag und wir sind früh unterwegs. Die Sonne lacht uns an. Es ist frisch. Im Hamalaya hat es kräftig geschneit. Wir sammeln Dave irgendwo mitten auf der Schnellstraße ein. Freudiges Hallo und ein bisschen Spaß. Ungewollter Zwischenstopp an einem Straßenmarkt für schwache Blasen. Dave ermittelt das Gesamtgewicht der Koffer der Teilnehmer anhand der abgegebenen Schätzungen. Die Gruppe reist per Einzelticket. Es sollte passen. Mal sehen, ob der Check-In das genauso sieht. Aber später mehr dazu.

Delhi ist Indiens Hauptstadt, eine riesige Metropolregion mit über 32 Millionen Einwohnern, das bevölkerungsreichste Ballungszentrum Indiens und das drittgrößte der Welt. Moderne, Urbane, Gegensätze treffen einen mit voller Wucht. Allein schon diese Eindrücke sind wertvolle Erfahrungen.

In Indien werden Gandhi und Bose als bedeutende Widerstandskämpfer in Indien verehrt. Dabei nimmt heute die Bedeutung von Bose zu.

Mahatma Gandhi (1869–1948) war ein indischer Anwalt und Freiheitskämpfer, bekannt für seinen gewaltlosen Widerstand gegen die britische Kolonialherrschaft, der zur indischen Unabhängigkeit führte. Er wurde am 2. Oktober 1869 in Porbandar geboren, studierte Jura in London und entwickelte die Philosophie des Satyagraha (gewaltloser Widerstand), um die Unabhängigkeit Indiens zu erreichen. Seine Hauptmethoden waren ziviler Ungehorsam, Massenproteste (wie der Salzmarsch 1930) und Hungerstreiks, die ihn oft ins Gefängnis brachten. Er wurde am 30. Januar 1948 in Delhi ermordet und gilt als „Vater der Nation“. Seine Asche wurde an mehreren Stellen auf der Welt verstreut.
Suhash Chandra Bose war Vorsitzender des Indischen Nationalkongresses (INC) und ein Anführer der indischen Unabhängigkeitsbewegung Nach einer Begegnung mit Gandhi schloss er sich 1921 dem INC an, stieg schnell auf und wurde 1930 zum Oberbürgermeister von Kalkutta gewählt. Wegen seines Engagements für die Unabhängigkeit wurde er zu mehreren Haftstrafen in britischen Gefängnissen verurteilt und später unter Hausarrest gestellt. Er wurde zum einflussreichen Sprecher der Linken im INC. Im Gegensatz zu Gandhi und Nehru wollte Bose mit militärischen Mitteln die Unabhängigkeit Indiens erreichen und floh 1941 schließlich aus Indien, um im Ausland militärische Hilfe zu erbitten. Nach mehreren erfolglosen Verhandlungen wurde er 1944 Mitbegründer und Anführer der sogenannten Indischen Legion. Daraus wurde die Indian National Army, einer Hilfstruppe der japanischen Armee.

In Delhi besuchen wir die nachfolgenden Monumente. Auf der Hinfahrt kommen wir zügig vorwärts. Es ist Sonntag. Kein Berufsverkehr.
Der Lotustempel - ausgezeichnet mit mehreren Architekturpreisen - ist der zweitjüngste der weltweit acht kontinentalen Bahaitempel. Er wurde vom Architekten Fariborz Sahba entworfen, beauftragt durch das Bahai-Weltzentrum in 1976. Im Dezember 1986 wurde er eingeweiht. Der Tempel erinnert an eine Lotosblume. Er kann von allen Menschen unabhängig von ihrem Glauben besichtigt werden.
Wir gelagen über eine grüne Parkanlage zum Tempel. Am Fuße des Tempel geben wir als German Group unsere Schuhe ab. Nach einem kurzen Anstieg zum Tempel werden wir in Reihen aufgestellt. Wir gehen ruhig und still durch den Tempel, manche setzen sich. Das Bahá’i-Haus ist wahrlich ein Haus der Andacht und der Meditation. Absolute Stille. Innen ein schlichter, kahler, weißer, domähnlicher Raum. Die Lotusblumenkuppel strahlt teilweise in Gold. Eine kleine Malerei eines sechsbeinigen Krebses als Strichzeichnung bildet das Zentrum. 1.300 Gläubige können in dem Tempel auf Sitzbänken Andacht halten. Vorne befindet sich ein Stehpult mit Mikrofon, rechts und links begrenzt von Vasen mit Blumen. Der Bahá’i-Glauben zielt auf die Verbesserung des eigenen Lebens und dem Fortschritt der Zivilisation. Außen angekommen folgen noch ein paar Fotos und wir holen alle unsere Schuhe am Ausgabenschalter ab.

Abfahrt zum Akshardham-Tempel.

Der Akshardham-Tempel in Neu-Delhi, fertiggestellt 2005, ist ein monumentaler Bau der traditionellen hinduistische Architektur und Spiritualität. Er wurde aus purem Stein und Marmor gebaut. Er besteht aus 234 Säulen, 9 Kuppeln und tausenden von Statuen. Er zeigt die Lehren von Swaminarayan.
Ohne Handy, Smartwatches, etc. gehen wir zum Eingang des Tempels. Sicherheitskontrolle getrennt nach Geschlechtern. Wir betreten einen riesigen Komplex mit reich an Figuren, Ornamenten und Formen verzierten Gebäuden. Wir schreiten über schwarze und weiße Marmorfliesen. Über reich verzierte Pagoden und einem riesigen Vorplatz gelangen wir zu einem Schuhstop. Hier heißt es die Schuhe ausziehen. Wir erreichen den Palast über eine Marmortreppe. Der Gang durch die heiligen Hallen ist überwältigend. In weißem Marmor gehauene kleine und große Figuren, Ornamente der verschiedenen Gottheiten, der Lotusblüte an den Wänden, an den Säulen, bis in die verschiedenen Kuppeln reichend, begegnen uns. Die Geschichte des Bhagwan wird an mehreren Stationen in golden eingerahmten Gemälden erzählt. Die Hauptgottheiten werden in reich mit Edelsteinen verzierten Kostümen in verschiedenen Vitrinen dargestellt. Wer Lust hat geht zusätzlich um den Tempel. Der Tempel wird mit in Marmor gehauenen Elefantengeschichten gesäumt und die Geschichte der Erleuchtung des Bhagwans mit Hilfe von Elefanten erzählt. Wir sind erschlagen und beeindruckt von diesem Prunk.

Allmählich wird einem die Vielfältigkeit des gemeisamen Zusammenlebens der Inder bewusst. Jede Religion hat ihren Platz in der Gesellschaft und die Menschen kümmern sich umeinander. Die Macht des Glaubens versetzt Berge, führt zu einem friedlichen Miteinander und zu Spenden von vielen, die den Bau solcher sakraler Werke in so kurzer Zeit ermöglichen. Man staunt, wird sprachlos und bekommt ein Gefühl von diesem aufstrebenden Land.
Vor der Abfahrt zum Flugplatz verabschieden wir uns von unserem Busfahrer und dessen Helfer mit einem Gruppenfoto und Geldgeschenken. Wir wurden hervorragend mit Wasser, Bananen, Apfelsinen, Süßigkeiten und Bombolee versorgt. Wir haben jederzeit sicher und entspannt unsere Reiseziele erreicht.

Die Fahrt zum Flughafen von Delhi ist ein Mix aus zügiger Fahrt und zähfließendem Verkehr. Am späten Nachmittag erreichen wir den Flughafen. Beim Einchecken ist für viele von uns der Moment der Wahrheit: das maximale Koffergewicht von 15 Kg und 7 Kg für das Handgepäck. Der Reiseveranstalter hatte extra darauf vor Beginn der Reise hingewiesen. Nochmals der Hinweis von Dave am Vortag. Morgens werden noch Sachen vom Koffer ins Handgepäck umgepackt und zusätzliche Kleidungsstücke angezogen. 1 Kg Übergewicht kosten umgerechnet 6 EUR. Zusammen kommen wir 530 Kg und liegen damit 10 Kg unter dem erlaubten max. Gewicht. Starke Gemeinschaftsleistung. Die Sicherheitskontrolle reicht von oK bis knallhartem Sicherheitscheck.

Wir besteigen pünktlich den modernen Flieger von IndiGo nach Hyderabad. Wir sitzen verstreut. Delhi ist von oben ein Meer von Lichtern. Es ist ein Flug wie nach München oder Hamburg. Nettes Personal. Gleiche Flugprozedur wie bei Rynair oder Eurowings. Erfrischungen und Snacks nur gegen Cash. Macht nix, da der Pilot Turbolenzen angesagt hatte. Manche Inder lassen sich nicht abhalten und bestellen sich was Kaltes. Landung um 20.45 Uhr. Spätes gemeinsames Abendessen im Hotel.

Wir sind gespannt auf unser morgiges Abenteuer in Hyderabad. Sie auch? Toll, wir freuen uns auf Sie! Mehr dazu in unserem morgigen Block. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Bleiben Sie uns Treu.
Hier ein paar Impressionen vom Tag:
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Tag 5 - 24.01.2026

5. Tag

Um 6.00h klingelt der Wecker, ausschlafen geht anders. Heute steht uns eine lange Busfahrt bevor, wir fahren von Jaipur nach Delhi zurück.Vor dem Bus steht ein indisches Mädchen und spricht uns an, sie bietet Handyhüllen aus Stoff an. Bunt, verziert mit Elefanten, Tigern und Blumen. Ein Täschchen kostet 100 Rupien - ca. 1 Euro. Zunächst verhaltene Reaktionen, nachdem eine von uns kaufen möchte, ist der Bann gebrochen: Allen Frauen fällt plötzlich ein, warum sie unbedingt noch ein Täschchen benötigen. Farbe und Form werden diskutiert und ausgetauscht. Die Schülerin macht das Geschäft ihres Lebens - die Abfahrt verzögert sich - alle sind happy!


Auf dem Weg zur Autobahn beobachten wir Mütter mit kleinen Kindern, die auf dem schmalen Bürgersteig der vielbefahrenen Straße unter Plastikplanen übernachtet haben. Ein Feuer brennt, die kleinen Kinder sind in Decken gehüllt. Wenige Meter weiter fahren wir an einem der teuersten Hotels der Stadt vorbei, kurz daneben befindet sich der Poloplatz von Jaipur. Indien ist ein Land der Gegensätze.

Nach einem Fotostop an einer riesigen Shiva Statue geht es weiter. Wir erfahren im Bus, dass wir heute ein Geburtstagskind unter uns haben. Wir singen ein Ständchen für Annette, Werner gibt den Ton an - alle sind guter Laune.

Im Morgenimpuls geht Pater Bala auf den heutigen Gedenktag des heiligen Franz von Sales ein. Von ihm stammt auch das Zitat: "Begegne dem, was auf dich zukommt, nicht mit Angst, sondern mit Hoffnung." Dieser schöne Satz begleitet uns schon seit unserem ersten Kennenlernen im Saarner Kloster. Die lange Busfahrt wird erstaunlich kurzweilig. Wir tauschen die Plätze, führen gute Gespräche, die Gruppe wächst langsam zusammen. Wir sind fröhlich und ausgelassen. Bombombolee!

In Delhi angekommen fahren wir am India Gate vorbei, einem riesigen 42 Meter hohem steinernen Kriegsdenkmal. Es erinnert an die gefallenen Soldaten der britisch-indischen Armee im ersten Weltkrieg.

Im Botschaftsviertel wurden Straßen und Parks auf Hochglanz gebracht, übermorgen ist Nationalfeiertag in Indien. Wichtige Gäste werden erwartet, unter anderem Ursula von der Leyen.

Heute steht das Raj Ghat auf unserem Programm. Es ist die letzte Ruhestätte des 1948 ermordeten indischen Widerstandskämpfers Matatma Ghandi. Er wurde hier, am Ufer des heiligen Flusses Yamuna eingeäschert.
Es brennt dort zu seinen Ehren eine ewige Flamme. Die weitläufigen Rasenflächen, vielen Blumen und die frische Luft tun uns nach der langen Busfahrt gut.

Auf der Weiterfahrt zum Gurudwara Bangla Sahib Tempel erklärt uns unser Reiseleiter den Glauben der Sikh. Der Tempel, den wir besichtigen, ist eine der bedeutendsten Sikh Heiligtümer. Er ist bekannt für seine goldene Kuppel, weißen Marmor und den heiligen Teich. Kurz darauf gehen wir barfuß und mit Kofbedeckung ehrfürchtig durch den Tempel. Laute Gebetsmusik begleitet uns. Auf dem Gelände befindet sich eine der größten Gemeinschaftsküchen von Delhi. Hier bereiten die Gläubigen ehrenamtlich Tag und Nacht mehr als 10.000 Mahlzeiten zu. Diese werden kostenlos an Menschen verteilt, unabhängig von Herkunft oder Glauben. Auch wir dürfen das frisch zubereitete Roti Fladenbrot probieren. Auf dem Rückweg zum Bus sind einige von uns so sehr im Gespräch mit Pater Bala vertieft, dass uns erst am Ausgang auffällt, dass wir noch barfuß sind. Unter lautem Gelächter gehts zurück zu unseren Schuhen!

Müde und voller neuer Eindrücke fahren wir zum Hotel.

Dank Pater Balas unermüdlicher Aufsicht ist auch heute wieder keiner in dem Menschengewimmel abhanden gekommen. Mit einem auffordernden "Kommt Mädels!" hat er die Trödler unter uns schön bei der Herde gehalten.
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Tag 4 - 23.01.2026

Es wird ein langer Tag mit vielen Eindrücken. Ich schaue morgens aus dem Fenster des Hotelzimmers. Es ist bedeckt und regnet.

Jeder findet sich im Frühstück wieder. Ich muss mich umstellen: keine Körnerbrötchen, kein Aufschnitt. Für andere ist es das fehlende weich gekochte Ei. Eigentlich wollte ich morgens keine warme Mahlzeit. Vielleicht sollte ich kreativ sein und ein Würstchen in Scheiben zum Aufschnitt schneiden. Das hebt meine Laune nicht. Omlett statt Ei? Ich versuche es mit hartem Ei in Salzkuste. Ich kratze das Salz auf den Teller, kein Salzstreuer in Sicht. Eierlöffel Fehlanzeige. Also ist Ostern. Fingerspitze Salz auf dem Ei geht auch.


Gespannte Frage heute: Was sagt der Wetterbericht. Wir erreichen trocken den Bus. Dave, unser Guide, erklärt den Regen. Es schneit im Himalaya, daher die heutigen Regenwolken. Wir starten mit dem Lied “Ich lobe meinen Gott”. Bala’s Impuls bereitet uns auf den heutigen Tag vor.

Jaipur (ca. 467 km²) ist die Hauptstadt von Rajasthan, bekannt als die „Pink City“ wegen der rosafarbenen Anstriche in der Altstadt, die als Zeichen der Gastfreundschaft dienten. Mit über 3 Millionen Einwohnern ist sie eine pulsierende Metropole mit reicher Geschichte, gegründet 1727, die eine Mischung aus traditionellen Maharadscha-Palästen (z.B. Stadtpalast, Hawa Mahal), historischen Observatorien (Jantar Mantar - UNESCO-Welterbe) und modernen Großstadt-Aspekten bietet, einschließlich eines internationalen Flughafens. Die Stadt wurde durch Maharadscha Jai Singh II. gegründet.

Wir fahren durch das Aravalligebirge. Es regnet. Elefantenreiten ist geplant. Bange Frage: Komme ich trocken oben beim Amber Fort an? Zunächst ein Gruppenfoto. Die Gruppe teilt sich, die einen machen eine Jeeptour, die anderen den Elephant-Walk. Ich reite zusammen mit meiner Frau auf einem Elefanten. Es schüttet wie aus Eimern und gewittert. Gott meint es gut mit uns. Statt Fotoshooting, gelbe Plane über uns. Füße und Hose sind teilweise nass. Oben angekommen großes Hallo und ein Verkäuferschwarm, der uns alles andrehen will. Direktvertrieb in Reinkultur. Gruppenfoto und erste Erlebnisgeschichten vom Elefantenritt und nassen Füssen und Klamotten. Das mit den Fotos hat trotz Regen und Plane geklappt, ein Forograf schießt unscharfe Fotos von uns. Die Sonne zeigt sich, da werden die nassen Füße bestimmt trocken. Dave sammelt uns ein. Drei Affen betreiben Körperpflege auf einem Mauervorsprung. Ein kurzer Anstieg und wir sind auf dem Vorplatz des Amber Palasts. Dieser wird durch eine 16 Km lange Mauer auf den umliegenden Hügeln umschlossen. Dave ist in seinem Element und gibt einen historischen Überblick und die Gebräuche im Palast. Wir gelangen durch das Ganesh Tor zu dem ehem. privaten Teil des Palasts. Dieser wurde im Auftrag von Mirza Raja Jai Singh erbaut. Beeindruckendes Bauwerk der Zeitgeschichte.

Auch das gehört zur indischen Geschichte. Die Frauen des toten Maharadschas wurden gemeinsam mit dem toten Maharadscha verbrannt. Dieser Brauch verbreitete sich in andere indische Regionen. Hier wurden alle Witwen verbrannt. Zuletzt nur mit Einwilligung der Frau. Die letzte Witwen-Bestattung fand 1986 statt.

Mit einer flotten hupenden Jeep-Abfahrt geht es zurück zum Bus. Anschließend streifen wir den Wasserpalast. Der Sage nach wurde der Maharadscha mit dem Boot gefahren, der Rest musste schwimmen. Wie kamen die Lieblingsfrauen und die Lebensmittel dorthin? Eine Bettlerin begleitet uns zum Bus und bittet um Geld. Der Staat bezahlt die Ausbildung und bietet für 100 Tage jedem Inder einen bezahlten Job. Geplant ist die Ausweitung auf 150 Tage. Der Job als Bettler bietet anscheinend größere Einkünfte.

Rundgang im Stadtpalast. Der Stadtpalast von Jaipur, im Herzen der „Pink City“, ist ein beeindruckender Komplex aus Rajasthan- und Mogul-Architektur, der seit dem Baubeginn 1729 erweitert wurde und heute ein Museum beherbergt (Maharaja Sawai Man Singh II Museum), sowie historische Höfe wie Diwan-i-Am und Diwan-i-Khas, einzigartige Silbergefäße und den Chandra Mahal mit seiner siebenstöckigen Struktur und Blick über die Stadt. Heute ist der ganze Komplex mit Händlern besetzt, wo das Handwerk von Frauen aus allen Landesteilen zum Verkauf angeboten werden. Viele Einheimische und Touristen in bunten und farbenfrohen Kleidern kaufen hier ein oder besichtigen die ortlichen Ausstellungen.

Auf geht es zur wilden Rikscha-Fahrt durch enge Gassen. Zu dritt plus Fahrer brausen wir durch ein Gewusel und Gewimmel von Menschen, Kühen, Affen, Hunden, Autos, Rikschas, Motorrädern. Hupen, Gerüche, Krach begleiten uns. Fahrt durch Schlaglöcher, befestigte und unbefestigte Straßen. Ruckelnde Fahrt. Danach Fußmarsch zum Palast der Winde. Nichts für schwache Nerven. Wir gelangen, trotz vorbeirauschendem Verkehr, irgendwie über vielbefahrene Hauptstraßen und enge Gassen. Wir quetschen uns an vorbeifahrenden Bussen und hupenden Fahrzeugen vorbei. Augen zu und durch. Kurzes Gruppenfoto am Palast der Winde. Fußmarsch zurück. Aufregender als jedes Playstation-Spiel. Indischer Straßenverkehr ist Nervenkitzel pur, besser als jeder Actionfilm. Wir sind froh wieder im Bus zu sein.

Auf zum nächsten Höhepunkt. Bei einer Straße will unser Bus einbiegen. Ein Auto und eine Rikscha stehen links im Weg. Busfahrer und Anwohnern diskutiert miteinander auf der Straße. Die Rikscha wird weggeschoben. Der Autofahrer trifft nach einer Weile ein. Wir gelangen zu einer Manufaktur zur Textil- und Teppichherstellung. Wir werden in die Stempel- und Drucktechnik für Stoffe und der Teppich-Herstellung eingeführt. 1.600 Familien arbeiten für den Betrieb. Wir verfolgen gespannt die Präsentationen. Bei den Tüchern ist der Bann gebrochen. Hohe Qualität in Seide, Kaschmir, Paschmina, Yak. Die indisch-chaotisch wirkende Lebensweise ergreift von uns allen Besitz. Wir wühlen in Stoffen, Farben und Mustern. Viele werden fündig. Nach der Rückfahrt folgt das gemeinsame Abendessen und wir lassen in Gesprächen den tollen Tag ausklingen.

Hier ein paar Impressionen vom Tag:

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Tag 3 - 22.01.2026

Um 7.00h starten wir ausgeschlafen mit einem wunderbaren Frühstück in den Tag. Die Auswahl ist riesig : ob warm, kalt, herzhaft oder süß, das Buffet lässt keine Wünsche offen ....aber ohne Kaffee geht bei den meisten von uns gar nix. Das bekommt auch der Kaffeeautomat zu spüren: Wir gönnen ihm keine Sekunde Pause. Das Wetter meint es gut mit uns.... perfekt, denn heute werden wir das weltberühmte Taj Mahal in Agra besichtigen .

Im Bus erklärt uns unser Reiseleiter, dass das Taj Mahal im 17. Jahrhundert von Großmogul Shah Jahan als Mausoleum für seine jung verstorbene Lieblingsfrau Mumtaz Mahal errichtet wurde. Heute ist es UNESCO Weltkulturerbe und gehört zu den berühmtesten Bauwerken weltweit.

Pater Bala geht in seinem Morgenimpuls ebenfalls auf das in Stein sichtbar gewordene Wahrzeichen der Liebe ein. Die Liebe ist auch Wahrzeichen unseres Glaubens und soll durch uns lebendig werden.


Die Fahrt wird kurzweilig, volle Straßen, lautes, buntes Treiben, permanentes Hupen. "Hupen", sagt unser Reiseführer, sei in Indien offiziel verboten - lautes Gelächter im Bus. "Eine grüne Ampel" erklärt er, "bedeutet, du darst fahren -- eine rote, du kannst fahren." Wir biegen uns vor Lachen.

Die Spannung steigt, mit kleinen Elektrobussen rauschen wir zum Highlight des Tages. Die Schönheit des Bauwerkes macht uns sprachlos, wir können uns nicht sattsehen. Das weiße Marmormonument vor blauem Himmel. Die Handys glühen, jeder möchte den wunderbaren Moment festhalten. Wir bewegen uns durch die weitläufige Gartenanlage und bewundern die perfekte Symmetrie und filigranen Intarsien im Marmor. Wir berühren das
Taj Mahal und schlendern über die riesigen Mamorflächen: Es ist kaum zu fassen, dass wir hier bei mehr als 20 Grad auf der anderen Seite der Erde in der Sonne wandeln.

Im Anschluss an unser Highlight machen wir einen Abstecher zu einer Verkaufsvorführung für Intarsienkunst. Vor Ort zeigen uns drei Kunsthandwerker, wie die winzigen Halbedelsteine in den Marmor eingelegt werden.

Vor uns liegt nun noch eine lange Busfahrt nach Jaipur. Wir verkürzen uns diese mit einem kleinen indischen Magenreiniger. Prost oder Bombombolee! Der Rum schmeckt wirklich gut! Morgen geht die Reise weiter - wir halten euch auf dem Laufenden.

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Tag 2 - 21.01.2026


Teil 2: Indien wir sind da: Ganz plötzlich verschwindet die Dunkelheit. Sonnenaufgang im Flieger in 41.000 feet Höhe. Und dazu Cello mit Udo Lindenberg/Clueso. Was will man mehr. Landung um 08.12 Uhr. Smog, manche würden in Deutschland die Nebelschlussleuchte anmachen. Die Einreise ist ein Mix aus digitaler und manueller Registrierung. Alles braucht seine Zeit.

Indien ist ein Land der Superlative. Es ist ein riesiges Land in Südasien mit über 1,4 Milliarden Einwohnern, der Hauptstadt Neu-Delhi und offiziell Hindi und Englisch als Hauptsprachen (neben vielen weiteren). Es ist die weltweit größte Demokratie, die siebtgrößte Nation der Erde (ca. 3,3 Mio. km²) und ein Land der Kontraste, von den Himalaya-Gipfeln bis zu tropischen Küsten, bekannt für seine vielfältige Kultur und schnell wachsende Wirtschaft.

Mit Sack und Pack geht es zum Bus. Die Sonne lacht uns inzwischen an. Es ist ein bisschen diesig. Wir werden jeder mit einer Blumenkette empfangen. Nette Geste. Ein deutsch sprechender Fremdenführer begleitet uns.

Auf nach Agra, unserem ersten Reiseziel. 2 Stunden durch Dehli und anschließend weitere 3 Stunden nach Agra, hauptsächlich via Autobahn. Zunächst quälen wir uns durch den Verkehr in Dehli. Nebenbei eine kleine Sightseeing-Tour durch Dehli. Es ist immer Rushhour, trotz vier Fahrspuren pro Seite. Viel Miltär, sogar eine militärische Reiterstaffel auf Dromedaren begegnet uns. Vorbereitung zum Republiktag. Frau von der Leyen kommt. Zwischenstopps folgen: Geldwechseln, Raststätte mit Erfrischungen. Ein Pavian auf dem Weg zum Bus. Rechts und Links der Autobahn Landwirtschaft. Riesige Mango- und landwirtschaftliche Plantagen. 70% der indischen Bevölkerung lebt auf dem Land, Dorfstruktur. Flache Landschaft, soweit das Auge reicht. Zwischendurch erläutert der Fremdenführer: Regierungsprogramm zur Versorgung der Menschen mit frischem Wasser aus dem Himalaya. Strom und getrocknete Kuhfladen zum Heizen und Kochen. Medizinische Grundversorgung mit Gesundheitszentren. Private Krankenversicherung. Zwischendurch Ziegeleien. Mobilfunkmasten in regelmäßigen Abständen.

Wir cruisen mit 60 km/h über die Autobahn. Plötzlich Stille im Bus, alle machen ein Nickerchen. Die lange Anreise fordert ihren Tribut. Das Zeitgefühl geht verloren. Ein Verkehrsschild “Agra 113 Km” taucht aus dem Nichts auf. Linksverkehr. Leere Autobahn. Zwischendurch Impulse/Gedanken zu Land und Leute von Pater Bala. Jeder von uns hängt seinen eigenen Gedanken nach. Vielleicht durch den Linksverkehr mit einer anderen Perspektive? Unser Fahrer trägt einen Turban, wir kommen auch gemütlich ans Ziel, ganz ohne Hektik und nicht im Vollrausch der fehlenden Geschwindigkeitsbegrenzung in Deutschland. Immer wieder ein Halt an einer Mautstation. Autos aller uns bekannten Marken überholen uns rechts und links. Die Straßen sind so breit, dass Baustellen den Verkehr nicht behindern. Manche Autofahrer verpassen die Ausfahrt und setzen rückwärts zurück. Fussgänger gehen auf dem Standstreifen spazieren. Unser Busfahrer bringt uns mit einer stoischen Ruhe ans Ziel. Wir nähern uns Agra. Der Verkehr nimmt zu und wird chaotisch. Wer vorwärts kommen will, muss mit Freude hupen.

Agra ist eine Millionenstadt im indischen Bundesstaat Uttar Pradesh, berühmt für das Taj Mahal und Agra Fort, UNESCO-Welterbestätten, die aus der Zeit des Mogulreichs stammen, dessen Hauptstadt es zeitweise war. Die Stadt liegt am Fluss Yamuna, zieht jährlich Millionen von Touristen an und bildet mit Delhi und Jaipur das "Goldene Dreieck" Indiens. Wichtige Fakten: ca. 1,7 Mio. Einwohner, im Landesinneren gelegen, mit heißen Sommern (bis 40°C) und milden Wintern, Höhe ca. 168 m. 
Wir erreichen um 17.00 Uhr Ortszeit unser heutiges Ziel. Das Rote Fort in Agra ist eine massive Mogul-Festung aus rotem Sandstein am Ufer des Yamuna, die unter Akbar (1565-1573) erbaut wurde, später von Shah Jahan mit Marmor verziert wurde und heute UNESCO-Weltkulturerbe ist; sie diente als Regierungssitz, beherbergt prachtvolle Paläste (Jahangiri Mahal, Diwan-i-Am, Diwan-i-Khas) und ist berühmt für den Blick auf das Taj Mahal und den achteckigen Turm, in dem Shah Jahan gefangen gehalten wurde. Beeindruckende Geschichte.
Hier ein paar Impressionen vom Tag:

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Tag 1 - 201.01.2026

Teil1: Indien wir kommen: Endlich beginnt unser Abenteuer, Indien. Wir sind eine Gruppe von 35 Personen und werden von Pater Bala begleitet. Wir sind total gespannt und aufgeregt, was uns erwartet.

Vor einem dreiviertel Jahr starteten die Vorbereitungen zu unserem 16-tägigen Trip: Anmeldung, jede Menge Impfungen, Treffen der Gruppe, Kauf der notwendigen Reiseutensilien, packen, etc. Pater Bala ist uns ein hervorragender Begleiter und Organisator der Reise. Hierfür schon einmal unseren herzlichsten Dank.

Heute starteten wir um 09.00 Uhr mit einer heiligen Messe unter der Leitung und dem Segen von Pastor Böckmann in der Klosterkirche. Anschließend trafen wir uns um 11.45 Uhr am Check-In-Schalter von Qatar Airways am Düsseldorfer Flughafen, ein Segen kurz vor der Reise und ab in den Flieger von Qatar Airways. Auf dem Flug Richtung Doha/Katar ließen wir es uns gut gehen. Wein, Cola, Wasser, gutes Essen, tolles Entertainment-Programm. Es wurde eine lange Reise mit Zwischenstopp um 22.35 Uhr in Doha/Katar und Weiterreise nach Dehli, der Hauptstadt von Indien. Hamad International Airport Doha ist eine Welt für sich, Drehkreuz Richtung Asien und Afrika. Riesige Dimensionen und ein Flughafen “That never sleeps”. Duty Free und Stores ohne Ende. Wir schlendern gefühlt eine Stunde von einem Ende zum Anderen.
Hier ein paar Impressionen:
  Konto unserer Pfarrei bei der Bank im Bistum Essen
IBAN DE77 3606 0295 0015 7300 13
BIC GENODED1BBE